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Die Schlacht bei Marathon war der Höhepunkt des ersten größeren Versuchs des persischen Großkönigs Dareios I. von Persien, das griechische Mutterland einzunehmen und es dem Perserreich hinzuzufügen.

Hintergrund

Hippias, Tyrann von Athen, war 521 v. Chr. von seinem Volk mit Hilfe von Kleomenes I., König von Sparta, verbannt worden. Er floh an Dareios' Hof, um Beistand zu suchen.

Nach dem Scheitern des Ionischen Aufstands (500 v. Chr. - 494 v. Chr.) beabsichtigte Dareios I., die Griechen zu unterwerfen und sie für ihre Teilnahme an der Revolte zu bestrafen. 492 v. Chr. entsandte Dareios eine Armee unter der Führung seines Schwiegersohnes Mardonios. Diese Armee unterwarf Thrakien und zwang Alexander I. von Makedonien, sich Persien zu unterwerfen. Bei seinem Versuch, seine Fahrt nach Griechenland fortzuführen, wurde ein großer Teil seiner Flotte am Berg Athos in einem Sturm zerstört und Mardonios war gezwungen nach Asien zurückzukehren.

Dareios erfuhr von Hippias, dass die Alkmaioniden, eine einflussreiche athenischen Familie, Miltiades feindlich gegenüberstand und bereit war, Hippias wiedereinzusetzen. Sie zogen es ebenfalls in Betracht, sich den Persern zu beugen, um für ihre Rolle im Ionischen Aufstand Reue zu zeigen. Dareios wollte aus dieser Situation Nutzen ziehen, um Athen einzunehmen, was wiederum Sparta isolieren und ihm den Rest Griechenlands einbringen würde. Um die Athener zu einem Aufstand zu bewegen, mussten zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Bevölkerung musste entmutigt werden, und die Athenische Armee musste die Stadt verlassen.

Um die erste Bedingung zu erfüllen, plante Dareios, Eretria einzunehmen, das wenig Widerstand leisten würde, und dessen Fall die Athener einschüchtern würde. Für die zweite Voraussetzung wurde Dareios' Armee unter Führung von Datis entsandt, um in der Bucht von Marathon zu landen und einen Landangriff auf Athen zu beginnen. Diese Armee zählte wahrscheinlich höchstens 25.000 Fußsoldaten und 1.000 Reiter, weil sie vollständig über das Meer transportiert wurde.

Schlacht von Marathon
Konflikt Perserkriege
Datum 12. September 490 v. Chr.
Ort Ebene bei Marathon
Ergebnis Athenischer Sieg
Kriegsparteien
Athener Perser
Anführer
Miltiades Datis
Truppenstärke
etwa 10000

26000 nach Herodot

Gefallene
192 6.400

Persischer Speerträger, Dareios Palast , Sousa , c. 510 v. Chr. , Louvre, (Sb 3320) Paris [Quelle]

Die persischen Transporte, von der Flotte eskortiert, segelten von Samos nach Náxos und erreichten Karystos an der Südküste von Euböä. Von hier aus segelten sie den Kanal von Euböä bis nach Eretria hinauf, wo ihre Armee von den Griechen gesichtet wurde.

Grafik1

Der Marathonläufer (Pheidippides), Luc-Olivier Merson, 1869

Den Athener war klar, dass sie mehr Hilfe benötigen würden. Sie sandten einen Kurier (Pheidippides) an die Spartaner. Der Kurier erreichte Sparta am 9. September und die Spartaner sagten ihre Hilfe zu, aber sie fügten hinzu, dass sie erst nach dem Ende des Karnäischen Festes am Vollmond des 19./20. September in den Krieg ziehen könnten.

Artaphernes schlug sich auf die Seite der Persischen Armee und besetzte Eretria. Der Rest der Armee überquerte das Meer und landete in der Bucht von Marathon. Die Armee von Athen mit 9.000 bis 10.000 Soldaten marschierte von Athen aus nach Norden. Als Kallimachos, der momentane Stratege, erfuhr, dass die Perser in der Bucht von Marathon gelandet waren, drehte er nach rechts ab, erreichte das Tal von Vrana und ließ seine Armee am Schrein des Herakles lagern. Auf diese Art wurde den Persern der Landweg nach Athen wirksam abgeschnitten.

Da es offensichtlich war, dass die Perser nicht sofort auf Athen marschieren würden, warteten die Athener auf die Verstärkung aus Sparta.

Verlauf der Schlacht

Am 12. September rückte das athenische Heer aus, um sich den Persern gegenüberzustellen. Dies war wahrscheinlich ein gemeinsamer Beschluss der Strategen, obwohl Herodot berichtet, dass sie tagweise in der Befehlsgewalt rotierten und dass Miltiades zu diesem Zeitpunkt an der Reihe war. Laut Herodot stimmten fünf Strategen für und fünf gegen die Truppenbewegung, wobei der Polemarch Kallimachos die entscheidende Stimme für den Angriff aussprach.

Nach manchen Berichten liegt der Grund für den noch vor dem Eintreffen der Spartaner erfolgten Angriff in einer veränderten strategischen Situation. Danach haben die Perser in der Nacht auf den 12. September angefangen, ihre Truppen wieder auf die Schiffe zu verladen, weil ihnen das relativ sumpfige Gelände bei Marathon und die gute Verteidigungsposition der Athener nicht zusagte. Sie wollten einen kleinen Teil Ihrer Truppen vor Ort lassen, um so die dort befindliche athenische Streitmacht zu binden, und mit dem Hauptteil ihrer Truppen direkt nach Athen segeln um die nun unverteidigte Stadt anzugreifen. Obwohl zum persischen Plan gehörte, dass die Athener über das Manöver im Unklaren belassen werden sollten, soll Miltiades den Ernst der Lage erkannt und entsprechend gehandelt haben. Für ihn gab es nur die folgende Möglichkeit: um einen zwei Fronten Krieg zu vermeiden musste er zunächst die vor Marathon verbliebenen persischen Kontingente schnellstmöglich ausschalten und danach Athen auf dem Landweg noch vor den Persern erreichen. Da die Perser für den Seeweg um die Attische Halbinsel herum über zehn Stunden brauchen würden und der kürzere Landweg über die knapp 40 km lange Strecke nach Athen in unter acht Stunden zu bewältigen war, blieben ihm nur etwa drei Stunden für die gesamte Schlacht.

Die griechischen Hopliten waren viel stärker bewaffnet als die persischen Truppen. Besonders die längeren Stoßlanzen und Schwerter gaben den Griechen eine größere Reichweite als die Waffen der persischen Fußsoldaten. Der Vorteil der Perser beruhte auf den Bogenschützen sowie der überlegenen Reiterei.

Das Herannahen der Perser ließ die zunächst abwartenden Griechen aus ihrer Defensivstellung herauskommen. Mit Beginn des persischen Pfeilregens setzte sich die griechische Phalanx in Bewegung. Im Laufschritt, wobei die Flügel stärker ausgebildet waren, stürmten die Griechen auf die persischen Flanken zu. Die persischen Bogenschützen mit ihren leichten Rüstungen waren diesem Ansturm nicht gewachsen. Die in der Mitte postierten persischen Elitetruppen konnten die einschwenkenden griechischen Truppen nicht aufhalten. Eine allgemeine Flucht/Rückzug der Perser zu den nahe gelegenen Schiffen war die Folge. Die überlegene Reiterei der Perser kam bei dieser Schlacht nicht zum Einsatz. Einige Autoren vermuten, dass die Perser ihre Reiterei vorher wieder auf die Transporter verladen hätten und damit nicht in die Kämpfe eingreifen konnten. Ein letzter Kampf beim Ablegen, ließ die Griechen noch 7 gegnerische Schiffe erobern. Hätte die Schlacht zur totalen Vernichtung der Perser geführt, könnte man von einer größeren Zahl erbeuteter Schiffe ausgehen.

Herodot beziffert die griechischen Gefallenen auf 192; der Polemarch Kallimachos befand sich darunter. Schätzungen gehen heute von etwa 1.000 Verwundeten aus. Die Angabe von 6.400 persischen Gefallenen ist fraglich.

Die Meldung des Sieges der Griechen über die Perser soll angeblich von einem Läufer (Diomedon) in voller Rüstung dem Volk Athens gemeldet worden sein - diese von Lukian stammende (vermutliche) Legende - die Entfernung ist kürzer - entspringt der heutige Marathonlauf über 42,195 km. Eine weitere Vermutung ist, dass der Schnell-Läufer (Pheidippides), welcher die Spartaner um Hilfe bitten, auch die Athener nach der Schlacht vor der persischen Flotte warnen sollte.

Nachspiel

Der Verlust vieler Schiffe und Truppen einerseits, und die weiterhin bestehende Verteidigungsfähigkeit Athens andererseits, zwang die Perser dazu, ihren Eroberungsplan zunächst aufzugeben. Sie haben bis 480 v.Chr. gebraucht, um mit einer neuen Expeditionsarmee unter Führung von Xerxes I. Athen erneut anzugreifen.

Literatur

  • Karl-Wilhelm Welwei: Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert, Darmstadt 1999.

Referenz: "http://de.wikipedia.org/"
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