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Valeria Messalina

Messalina

Valeria Messalina (* um 25 n. Chr.; † 48 n. Chr.) war die dritte Frau des römischen Kaisers Claudius

Leben

Messalinas Eltern waren Domitia Lepida und Marcus Valerius Messala Barbatus. Da beide Elternteile Enkel der Octavia Minor waren, waren Messalinas Eltern Cousin und Cousine. Claudius heiratete noch vor seinem Herrschaftsantritt (etwa 38/39 n. Chr.) die 14-jährige Valeria Messalina. Sie gebar Claudius zwei Kinder: im Jahre 40 n. Chr. die Tochter Octavia und im Jahre 41 n. Chr. den Sohn Britannicus. Die Tochter Octavia wurde später die erste Ehefrau des Kaisers Nero.

Messalina wird bis heute als sittenlos und grausam beschrieben. Da Intrigen, Verschwörungen und das brutale Verfolgen der eigenen Interessen im Adel des römischen Imperiums an der Tagesordnung waren, bildete Messalina hier weder eine Ausnahme, noch ist sie ein Extrembeispiel dieser "Tugenden". Bei der Beschreibung der Grausamkeiten und Skandale Messalinas und ihrer Zeitgenossen muss man sich auch das damalige moralische und kulturelle Klima vor Augen halten.

Im Jahre 41 n. Chr. wurde Claudius Kaiser des römischen Imperiums. Damit veränderte sich das Leben von Messalina ebenfalls. Zum einen rückte sie plötzlich und unerwartet an die Spitze des römischen Adels, zum anderen wurden von ihr, einer erst 16-Jährigen, die Qualitäten einer hingebungsvollen Mutter und moralisch integren Frau und Herrscherin erwartet.

Claudius war in seine um 35 Jahre jüngere und sprichwörtlich schöne Frau verliebt; auch später ignorierte er den offen kritisierten Lebenswandel Messalinas und gab ihren Forderungen sehr leicht nach. Beschäftigt mit den Regierungsgeschäften, hatte er auch keine Zeit, sich mit Messalina, die fast noch ein Kind war, zu beschäftigen oder ihr Unterhaltung und Ablenkung vom langweiligen Leben als Kaiserin zu bieten. So fing Messalina an, sich selbst mit Festen und Banketten zu unterhalten. Die Vergnügungen der jungen Kaiserin hatten bald den Ruf, in opulente und zügellose Orgien auszuarten. So soll Messalina auch mehrere Liebhaber gehabt haben.

Valeria Messalina

Valeria Messalina

Einer dieser Liebhaber, Narcissus, verkaufte mit Hilfe von Messalinas Einfluss auf ihren Mann Claudius römische Bürgerrechte. So soll Messalina ihren Mann auch beeinflusst haben Todesurteile gegen Personen auszusprechen, von denen sich Messalina gestört, beleidigt oder zu wenig beachtet fühlte. Unter anderem soll sie ihre Cousine Livilla nur aus diesem Grund angeklagt haben, ihr Mann unterzeichnete das Todesurteil für Livilla. Messalina wird, als Beweis für ihre schandhafte Triebhaftigkeit, auch nachgesagt sich selbst als Prostituierte angeboten zu haben. Dies wird ihr vor allem von antiken zeitgenössischen Autoren vorgeworfen, die dabei nicht erwähnen, dass sich der Kaiser durchaus auch Geliebte zuführen ließ. Messalina trug die Hauptschuld an der Verbannung des Gelehrten Seneca.

Die Kritik an Messalinas hemmungsloser Vergnügungssucht wurde in Rom immer lauter und offener und kam auch ihrem Mann zu Ohren. Wieso er nichts dagegen tat, Messalina verwarnte oder zur Ordnung rief, ist ungeklärt.

Im Jahr 48 soll sich Messalina in den designierten Konsul Gaius Silius verliebt haben. Um offiziell mit Silius zusammenleben zu können, wollte sie sich von Claudius scheiden lassen. Angeblich berichtete Messalina ihrem Mann von einem Traum, in dem er sterben würde, um so eine einfachere Scheidung zu erhalten. Claudius stimmte dieser Scheidung zu. Kurze Zeit später und ohne eine offizielle Bekanntmachung abzuwarten, feierten Messalina und Silius ihre Hochzeit. Als Claudius sich kurze Zeit später in Ostia aufhielt, wurde ihm die Nachricht von einem von Messalina und Silius geplanten Mordanschlag überbracht. Er ließ seine Frau und Silius verhaften und einen Großteil der Festgäste sofort hinrichten.

Der Sekretär Narcissus, ebenfalls ein ehemaliger, aber verschmähter Liebhaber Messalinas, konnte Claudius dazu bewegen, den Hinrichtungsbefehl für die beiden Anführer der Verschwörung zu geben. Valeria Messalina und Gaius Silius starben durch die Schwerter der kaiserlichen Prätorianer.

Messalina und Britannicus, Louvre

Messalina und Britannicus, Louvre

Quellen zu Messalina

Tacitus berichtet in seinen Annales, XI, 1-3; 26-36 über Messalina; sein Bild ist allerdings von deutlicher Abneigung geprägt. Einen Parallelbericht zu Tacitus liefert der hierzu nur in Exzerpten überlieferte Cassius Dio (LX). Die Saturae (X) des Iuvenal berichten weitere intime Einzelheiten über Messalinas angeblichen Lebenswandel.

Literatur

Alexander Demandt: Das Privatleben der römischen Kaiser. 2. Auflage. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42510-0.

Michael Grant: Die römischen Kaiser. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1985; Bechtermünz, Augsburg 1997, ISBN 3-86047-901-6.

Franesco Mazzei: Messalina. Heyne Biographien, München 1985, ISBN 3-453-55124-9.

Literatur im weiteren Sinne

Messalina. Die lasterhafte Kaiserin von Siegfried Obermeier

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