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Region : Südliche Ägäis
Regionalbezirk : Andros

Zagora (slawisch: Jenseits der Berge) ist eine Siedlung der geometrischen Zeit auf der Insel Andros in Griechenland. Der antike Name des Ortes ist unbekannt.

Die Siedlung wurde in einem einmaligen Gründungsakt angelegt, der sich mit Hilfe von Keramikfunden in das zweite Viertel des 8. Jahrhunderts v. Chr. datieren lässt.[2] Vermutlich handelte es sich um einen Außenposten der euböischen Stadt Eretria.[3] Um 700 v. Chr. wurde der Ort von seinen Bewohnern verlassen, jedoch ohne gewaltsame Fremdeinwirkung.[2] Womöglich führte eine Dürre am Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. zu einer Aufgabe der Siedlung. Ein Tempel im Ort scheint dagegen noch bis um 550 v. Chr. benutzt worden zu sein.

Da Zagora nach 700 v. Chr. nie wieder besiedelt wurde, gilt es als eine der besterhaltenen und besterforschten geometrischen Siedlung Griechenlands.

Lage

Der Ort liegt auf einem kleinen Plateau am Meer, an der Westküste von Andros. An fast allen Seiten fällt dieses Plateau steil ab, nur im Osten war es über eine Landzunge mit den Bergen verbunden. Hier stand eine Mauer, so dass der ganze Ort leicht zu verteidigen war. Am Meer gibt es einige Buchten, die wohl als Hafen von Zagora dienten. Der Ort hat kein Wasser, so dass es von weit hergebracht werden musste, daneben scheint auch Regenwasser gesammelt worden zu sein. Die schwierige Wasserversorgung war wohl ein Hauptgrund, warum Zagora relativ früh wieder aufgegeben wurde.


Der Ort

Zagora bestand aus einer Reihe von dicht an dicht gebauter Häuser, die meist aus mehreren Räumen und Höfen bestanden. Es lassen sich schwer bestimmte Typen feststellen. Baumaterial war meist Schiefer, wobei der Boden der Räume aus Stampflehm und das Dach aus Holzbalken bestand. Größere Räume wurden von Holzsäulen gestützt.

In der Mitte der Siedlung fand sich auf einem freien Platz ein Tempel, der ca. 7.60 x 10.40 m groß war. Im Inneren befand sich ein ca. 5.90 x 6.30 m großer Hauptraum und ein Vorraum. Der Hauptraum wurde von vier, der Vorraum von zwei Säulen gestützt. Als Gottheit wurde hier vielleicht Athene verehrt.

Nahe des Tempels fand sich das größte Haus der Siedlung. Hier mag deren Oberhaupt gelebt haben. In dem Zentrum des Hauses lag ein 51 m² großer Saal, der an drei Seiten von Steinbänken umgeben war. Im Haus fand sich relativ viel reich dekorierte Keramik. Der Fund von Spinnwirteln im Hauptraum deutet an, dass hier auch Frauen lebten und arbeiteten.

Im Osten der Siedlung fand sich eine ca. 140 m lange Wehrmauer, die von Schlucht zu Schlucht reichte und die Siedlung schütze. Es fand sich nur ein Tor.


Erforschung

Die Siedlung wurde seit 1967 von einem griechisch-australischen Team systematisch ausgegraben.


Einzelnachweise

  1. ↑ Ekschmitt 1986, S. 11.
  2. ↑ a b A. Cambitoglou und J.J. Coulton: „ Ἀνασκαφαὶ Ζαγορᾶς Ἄνδρον“, in: Ephemeris 1970, S. 154ff.
  3. ↑ J.-P. Descœudres: „Zagora auf der Insel Andros – eine eretrische Handelsfaktorei?“, in: Antike Kunst 16, 1973, S. 87-88.

Literatur

  • A.Cambitoglou: Zagora, Andros In: Archaeology 23 (1970). 303-309
  • A.Cambitoglou u.a. : Zagora 1, Sidney UP 1971
  • A.Cambitoglou u.a. : Zagora 2, Athens 1988
  • W. Ekschmitt: Kunst und Kultur der Kykladen, Teil II: Geometrische und Archaische Zeit, Mainz am Rhein 1986, S. 11-25 ISBN 3805309007

Weblinks

  • Zagora (engl.)

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