Honorius

Honorius

Flavius Honorius (* 9. September 384; † 15. August 423 in Ravenna), war weströmischer Kaiser zwischen 395 und 423.

Leben

Familie

Flacilla, die Mutter des Honorius

Honorius war der Sohn Kaiser Theodosius' I. und der Aelia Flacilla, seiner ersten Frau. Sein älterer Bruder war der oströmische Kaiser Arcadius, seine jüngere Halbschwester Galla Placidia.


Bedrohung von außen

Seine achtundzwanzigjährige Regierungszeit war eine der ereignisreichsten der römischen Geschichte. Als Ende 406 die Rheingrenze zusammenbrach, strömten Massen von Barbaren ins Reich und überfluteten die Provinzen Gallien und Hispanien, die dem Reich damit teilweise verloren gingen. Britannien musste gar vollständig aufgegeben werden.

Die Schwäche und Furchtsamkeit des Kaisers zusammen mit den Angriffen der Westgoten und Vandalen förderten den raschen Zerfall des Westreiches. So wurde Rom 410 von den Westgoten unter Alarich geplündert, wobei die Heiden als Grund für die Katastrophen den Abfall vom alten Götterglauben anführten. Die christliche Gegenreaktion führte zur Entstehung des Werkes De civitate Dei, verfasst von Augustinus von Hippo. Aufgrund der prekären Lage wurde die Hauptstadt von Mailand in das als uneinnehmbar geltende Ravenna verlegt.

Einfluss von Beratern

Großen Einfluss übte in den ersten Regierungsjahren des Honorius der Magister militum Stilicho aus, den er später jedoch aus Furcht vor dessen Machtfülle umbringen ließ (408). Nach Stilichos Tod zog Honorius einen rein römischen Feldherrn als seinen engsten Vertrauten heran, seinen späteren Mitkaiser Constantius III. Dieser heiratete 417 die Schwester des Honorius, starb aber noch vor diesem 421.


Innere Krisen

Im Inneren war die Regierungszeit des Honorius von einer ganzen Reihe von Revolten gekennzeichnet, so z.B. in Gallien, Britannien und Africa. Die weströmische Armee löste sich immer mehr auf bzw. wurde durch die verstärkte Aufnahme von Germanen als foederati „barbarisiert“. Die Verwaltung zerfiel mehr und mehr, die Steuereinnahmen gingen ebenso zurück wie die Wirtschaftskraft des weströmischen Reiches.

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Tod und Nachfolge

Honorius, der nur ein schwacher und unfähiger Kaiser war, starb am 15. August 423 in Ravenna, wohin der Regierungssitz verlegt worden war. Nachfolger wurde sein Neffe Valentinian III., Sohn von Honorius’ Schwester Galla Placidia.


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