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Maria Farantouri (griechisch Μαρία Φαραντούρη; * 28. November 1947 in Athen) ist eine griechische Sängerin.

Leben und Leistungen

Maria Farantouri wuchs im Stadtteil Nea Ionia in Athen auf; ihr Vater stammte aus Kephallonia, ihre Mutter aus Kythera. In ihrer Kindheit erkrankte sie an Kinderlähmung. Ihre ersten musikalischen Schritte unternahm sie als Mitglied des Chors des Syllogos Filon tis Ellinikis Mousikis, aus dem zahlreiche griechische Musiker wie Yannis Markopoulos, Manos Loizos und Dionysis Savvopoulos hervorgingen. Mit 16 Jahren wurde sie bei einem Auftritt von Mikis Theodorakis entdeckt, als sie eines seiner Lieder vortrug. In der Folge wurde sie zur wichtigsten Interpretin seiner Lieder. Sie wird oft in einem Atemzug mit Mikis Theodorakis genannt, da sie in vielen seiner Oratorien und Liederzyklen die weibliche Solostimme sang (Theodorakis nannte sie „seine Priesterin“). Internationalen Ruhm erlangte sie in den 1970er und 1980er Jahren vor allem durch den Canto General. Seit den 1990er Jahren widmet sie sich zunehmend auch eigenen Projekten.

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Maria Farantouri mit Mikis Theodorakis

Maria Farantouri, „die größte Stimme Griechenlands“, ist eine herausragende Gestalt der griechischen Musikszene. Seit den 1980er Jahren international erfolgreich, gilt sie bei ihren Musikerkollegen wie bei ihren Fans als authentischste Interpretin des Neuen Griechischen Liedes. In den 1960er und 1970er Jahren berühmt geworden als „ideale Interpretin“ der Lieder von Mikis Theodorakis, ist sie inzwischen eine „Diva“, die sich mit Leichtigkeit zwischen Tradition, Pop und Moderne bewegt.

Bekannt wurde sie 1965, als ihr mit ihrer ersten Langspielplatte, dem „Mauthausen“-Zyklus von Theodorakis, der Durchbruch gelang. 1967 verließ sie nach dem Militärputsch Griechenland, um bis 1974 in Hunderten von Konzerten auf der ganzen Welt gegen die Obristendiktatur zu protestieren. Die Kritiker feierten sie. The Guardian: „Ihre einzigartige Stimme ist ein Geschenk der olympischen Götter.“ Le Monde: „Farantouri ist die Joan Baez des Mittelmeers.“ François Mitterrand in seinem Buch Die Biene und der Architekt: „Maria ist für mich Griechenland. So stelle ich mir die Göttin Hera vor. Ich entsinne mich keines anderen Künstlers, der mir in solch einem Maße das Gefühl des Göttlichen vermittelt hätte.“

1982–83 trat sie bei mehreren Konzerten der westdeutschen Friedensbewegung auf, teilweise zusammen mit Theodorakis, teilweise gemeinsam mit dem türkischen Sänger Zülfü Livaneli – dies auch als bewusster Protest gegen die traditionellen Feindseligkeiten zwischen griechischen und türkischen Nationalisten.

Bei der Parlamentswahl 1989 kandidierte Theodorakis, der zuvor aktiver Kommunist gewesen war, für die konservative Partei Nea Dimokratia und Farantouri für die sozialistische PASOK.[1] Während der Regierungszeit von Andreas Papandreou war sie von 1990 bis 1993 Parlamentsabgeordnete für die PASOK.

Maria Farantouri arbeitete auf der Bühne und im Studio mit John Williams, Manos Hadjidakis, Zülfü Livaneli, Leo Brouwer, Vangelis, Lucio Dalla, Zubin Mehta und vielen anderen zusammen. 1995 feierte sie ihr internationales Comeback mit Konzerten in Europa, den USA, Kanada und Australien. 1996 begann sie ihre Zusammenarbeit mit dem deutschen Komponisten und Arrangeur Henning Schmiedt, mit dem sie drei von der Kritik hoch gelobte Theodorakis-CDs, POETICA (1996), ASMATA (1998) und WAY HOME (2007) produzierte. Am 16. Juli 2000 trat sie bei einem Konzert in Ferropolis bei Dessau auf (Regie: Gert Hof), wo 10.000 Leute ihr applaudierten. Am 29. Juli 2000 nahm sie zusammen mit Milva, Petros Pandis und anderen namhaften Künstlern beim Konzert anlässlich des 75. Geburtstages von Theodorakis auf dem Münchner Königsplatz teil, einem Ereignis, das ein Jahr später bei Tropical als CD („Happy Birthday, Mikis!“) erschienen ist.

Farantouri arbeitet aber auch mit jüngeren Komponisten zusammen, zum Beispiel mit Perikles Kukos, einem Komponisten klassischer Musik, und beschreitet neue Wege, ihre Beziehung zum traditionellen Musikgut jedoch weiter aufrechterhaltend. So interpretiert Maria Farantouri in letzter Zeit verstärkt demotische, rebetische und Insellieder sowie byzantinische Hymnen.

Zu ihren bedeutendsten Interpretationen von Theodorakis-Werken zählen: Canto General nach dem gleichnamigen Poem von Pablo Neruda, Romancero gitano nach Texten von Federico García Lorca, bei dem sie vom australischen Komponisten und Gitarristen John Williams begleitet wurde, und die sinfonische Version der Mauthausen-Kantate, die 1991 das Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta aufführte.

Maria Farantouri ist mit dem griechischen Politiker und Lyriker Tilemachos Chitiris verheiratet und hat einen Sohn.

LP- und CD-Einspielungen (Auswahl)

1966 I ballada tou Mauthausen (The Mauthausen Ballad) / Mikis Theodorakis - Iakovos Kambanellis
1967 Enas Omiros (The Hostage) / Mikis Theodorakis - Brendan Behan
1970 Pnevmatiko Emvatirio (Marche of Spirit)/ Mikis Theodorakis - Angelos Sikelianos
1970 Katastasi Poliorkias (State of Siege) / Mikis Theodorakis - Rena Chatzidaki
1971 Theodorakis diefthini Theodorakis 2 (Theodorakis Conducts Theodorakis 2) «Romancero Gitano» & «Mythology» / Mikis Theodorakis - Federico García Lorca & George Seferis
1971 John Williams & Maria Farantouri: Theodorakis Songs of Freedom «Romancero Gitano» / Mikis Theodorakis - Federico García Lorca
1974 Mikis Theodorakis & Maria Farantouri / Mikis Theodorakis - different
1974 Arkadia 6 & 8 / Mikis Theodorakis - Mikis Theodorakis & Manolis Anagnostakis
1974 I Ellada tou Miki Theodoraki (Greece of Mikis Theodorakis) / Mikis Theodorakis - different
1975 O ilios ke o Chronos (Sun and Time) / Mikis Theodorakis - Mikis Theodorakis
1975 I megali agripnia / Eleni Karaindrou - K.H.Myris
1975 Canto General / Mikis Theodorakis - Pablo Neruda
1975 Ta negrika / Manos Loizos - Giannis Negrepontis
1977 Tragoudia diamartirias / Victor Jara, Violeta Parra, Carlos Puebla, Franco Corliano and others
1979 Farantouri sings Bertolt Brecht / Hanns Eisler & Kurt Weill - Bertolt Brecht
1979 I gitonies tou kosmou / Mikis Theodorakis - Jannis Ritsos
1979 Lieder aus Griechenland
1979 Maria Farantouri Live
1980 I agapi ine o fovos (The Love Is the Fear) / Michalis Grigoriou - Manolis Anagnostakis
1980 I epochi tis Melissanthis / Manos Chatzidakis - Manos Chatzidakis
1981 Canto General / Mikis Theodorakis - Pablo Neruda
1981 O epivatis / Mikis Theodorakis - Kostas Tripolitis
1982 Ensemble (Album) / Zülfü Livaneli - Lefteris Papadopoulos & Nazim Hikmet
1984 Maria Farantouri Söylüyor (Live) / Zülfü Livaneli - Lefteris Papadopoulos & Nazim Hikmet
1985 Maria Farantouri Live in Olympia Paris
1988 Skotini mitera / Manos Chatzidakis - Nikos Gatsos
1990 Greatest Hits
1991 17 Songs / Vangelis, Nicola Piovani, Michel Legrand, Lucio Dalla, Kurt Weill and others
1994 Veatriki stin odo Miden (Beatrice on the Zero Street) / Mikis Theodorakis - Dionissis Karatzas
1995 Maria Farantouri sings Lucio Dalla / Lucio Dalla - G. Spyropoulos
1996 Poetica / Mikis Theodorakis - Dionissis Karatzas
1997 Arkadies 1, 7 & 8 / Mikis Theodorakis - Mikis Theodorakis, Takis Sinopoulos, Manolis Anagnostakis
1998 Asmata / Mikis Theodorakis - different
1998 Serenates / Mikis Theodorakis - Lefteris Papadopoulos
2000 I triti porta (The Third Door) / Lena Platonas - Thodoros Poala
2000 Nostalgia / Different
2000 Rainer Kirchmann & Maria Farantouri: Sun & Time / Mikis Theodorakis - Mikis Theodorakis
2001 Enas aionas Elliniko tragoudi (100 Years of Greek Songs) / Different
2002 Passions of the Moon (Homage to F.G.Lorca with 3 works): Bodas de Sangre (Manos Hadzithakis - F.G.Lorca / Nikos Gatsos) & Canciones Populares by F.G.Lorca (sung in Spanish) & Romancero Gitano (Mikis Theodorakis - F.G.Lorca / Odysseas Elytis)
2003 The poetry in hellenic music / Different
2003 Blue / Michalis Grigoriou - Rinio Papanikola
2005 Erimia / Mikis Theodorakis - Lefteris Papdopoulos
2007 Way home / Different [2][3][4]
2007 Odysseia / Mikis Theodorakis - Kostas Kartelias
2010 Maria Farantouri mit Christos Thivaios: Tou erota kai tou thanatou / Mikis Theodorakis
2011 Maria Farantouri sings Taner Akyol - Different
2011 Charles Lloyd & Maria Farantouri: Athens Concert
2014 Chtes archisa na tragoudo / Different (Liveaufnahme zum 50. Jubiläum von M. F. als Sängerin, Odeion des Herodes Atticus, 2013) 2 CDs, DVD

Weblinks

Mikis Theodorakis Homepage
Maria Farantouri Homepage
Peregrina Music Homepage
Interview mit Maria Farantouri & deutsche Übersetzung einiger Lieder
Tonträger von Maria Farantouri im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Maria Farantouri bei MusicBrainz
Maria Farantouri bei Allmusic (englisch)
Maria Farandouri bei Discogs (englisch)

Einzelnachweise
Kölner Stadt-Anzeiger, 18. Oktober 1989
Die Stimme Griechenlands in Titel-Kulturmagazin, veröffentlicht am 28. Juni 2007. Zuletzt abgerufen am 25. Juli 2018.
www.cd-kritik.de
openpr.de

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