ART

60) Iulius Alexander Berenicianus, Consular der traianisch-hadrianischen Zeit. Sein Name (vollständig in der ephesischen Inschrift; auf dem Stein aus Notion nur Βερενεικιανὸς Ἀλέξανδρος) läßt an Verwandtschaft mit dem Basileus (C.) Iulius Alexander (Nr. 57) und dessen Sohne C. Iulius Agrippa (Nr. 50) und an Zugehörigkeit zu dem Königshause der Herodeer denken (Näheres bei Nr. 57; der Beiname Berenicianus begegnet in der Nachkommenschaft Herodes’ d. Gr. noch bei einem Sohne des Herodes von Chalkis und der berühmten Berenike, s. Suppl. II S. 166). Vielleicht war auch Alexander ein Sohn des Königs und Consularen Iulius Alexander, möglicherweise aus einer zweiten Ehe desselben mit einer Berenike. Er begegnet uns auf Denkmälern aus Ephesos (Bull. hell. I 1877, 292, nach einer Abschrift des Cyriacus; vgl. Waddington ebd. VI 1882, 289f.) und aus dem Heiligtum des klarischen Apollon (Bull. hell. XVIII 1894, 217 = Rev. d. phil XXII 1898, 260 = österr. Jahresh. VIII 1905, 168f. n. IV 3) als Proconsul von Asia. Sein Proconsulat läßt sich zeitlich fixieren. Der Prytane und Prophet Claudius Rufus und die anderen Würdenträger, die unter seiner Statthalterschaft dem klarischen Orakel vorstanden, versahen, nach einem anderen epigraphischen Zeugnis, diese Funktionen im J. 132 n. Chr. (österr. Jahresh. VIII 165 n. II 2: [Νεο]καισαρέων τῆς μητροπόλ[ε]ως τοῦ Πόντου … ἄρχοντος Νεοκαισαρείας Ἀντωνίου Βλάνδου τοῦ ξθ’ ἔ[τ]ο[υς τῆς] ἐπαρχείας; vgl. Macridy Jahresh. a. a. O. 171 und o. Bd. I S. 643; aus demselben Kalenderjahre stammt auch eine nach der 63. Prytanie Apollons datierte Parallelinschrift, die der unseren zeitlich vorangeht; vgl. Haussoullier Rev. d. phil. 1898, 264. [158] Chamonard-Legrand Bull. hell. XVIII 220. Dittenberger Or. gr. II 530 Macridy Jahresh. a. a. O.). Demnach war entweder 131/132 oder 132/133 das Amtsjahr Alexanders (dazu stimmt auch das Denkmal in Ephesos, das die bereits mit der zweiten Neokorie ausgezeichnete Metropole der Kaiserin Sabina errichtete; auffällig ist freilich das Fehlen des Beinamens Ὀλύμπιος in Hadrians Titulatur; vgl. noch Weber Hadr. 214f.).

Da die Frist zwischen Consulat und Proconsulat in dieser Zeit durchschnittlich etwa 15 Jahre betrug, gelangen wir für Alexanders Consulat ungefähr auf das J. 117 (Lamia Aelianus, Con-sul ord. des J. 116, verwaltete Asia kurz vor Alexander, wie sich aus der Inschrift Jahresh. VIII 167 n. III 2 erkennen läßt). Gerade aus dieser Zeit wird von der glänzenden Waffentat eines ὑποστράτηγος Iulius Alexander im Partherkriege Traians berichtet — im Verein mit Erucius Clarus eroberte er die Stadt Seleukeia (Dio LXVIII 30, 2, s. o. Bd. VI S. 553) — und die Consulatsangabe Claro et Alexandro in den Fasten des Prosper (Mommsen Chron. min. I 255) gestattet vielleicht den Schluß, daß der Kaiser die beiden Feldherren mit dem Suffectconsulat im J. 117 belohnte (Bd. VI a. a. O.). Dadurch wird nahegelegt, diesen Legaten Traians eher mit unserem Alexander als — wie dies bisher geschehen — mit Ti. Iulius Alexander Iulianus (Nr. 61) zu identifizieren. Es wäre kein übler Gedanke Traians gewesen, im Entscheidungskampf gegen die Parther einen Senator als Heerführer zu verwenden, in dessen Adern das Blut so vieler orientalischer Königsgeschlechter rollte.
[Groag.]
Nachträge und Berichtigungen

S. 157.

60) C. Iulius Alexander Berenicianus. Er bekleidete den Suffektkonsulat mit T. Statius Aquila im letzten Nundinium des J. 116, Inscr. It. XIII 1 p. 202f.
[Rudolf Hanslik.]

60) C. I. Alexander Berenicianus, cos. suff. im J. 116 n. Chr. S XII.
[Hans Gärtner.]

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