ART

51) Flavius Boethus. Quellen: Die Nachrichten bei Galen, nur nach Band- und Seitenzahlen der Kühnschen Ausgabe zitiert. Name: Neben Flavius Boethus oft auch nur Βοηθός (gewöhnlich dann ὁ Βοηθός als der schon genannte), einmal (XIV 612) auch Φλάβιος.

Leben: Flavius Boethus stammte aus der Stadt Ptolemais (II 215) in Syria Palaestina (XIX 13). Zur Zeit, als ihn Galen bei seinem ersten römischen Aufenthalt (II 215) kennen lernte, war er bereits Consular (II 215 Φλάβιος Βοηθὸς ἀνὴρ ὕπατος [2535] und sonst, wobei zu bemerken ist, daß Galen ἀνὴρ ὕπατος auch sonst als Bezeichnung für den gewesenen Consul verwendet). Da nun Galen im Sommer 162 n. Chr. (vgl. XIX 16 und Ilberg N. Jahrb. f. d. klass. Altert. XV 277, 1) zum erstenmal nach Rom kam, so muß Flavius Boethus unter Antoninus Pius zum Consul (und zwar Consul suffectus) befördert worden sein. Als Consular erhielt er die Provinz Iudaea zur Verwaltung. Da er Rom vor Galen verließ (XIX 16 Βοηθὸς ἐξῆλθε τῆς πόλεως ἐμοῦ πρότερος, ἄρξων τότε τῆς Παλαιστίνης Συρίας ..), dieser aber nach vierjährigem Aufenthalt (XIX 13 ἔτεσι δὲ τρισὶν ἄλλοις [das erste Jahr ist bereits erwähnt] ἐν Ῥώμῃ διατρίψας ἀρξαμένου τοῦ μεγάλου λοιμοῦ παραχρῆμα τῆς πόλεως ἐξῆλθεν) wegen der drohenden Pestgefahr aus Rom floh, so muß er vor 166 seine Statthalterschaft angetreten haben, er scheint während dieser gestorben zu sein (ἄρξων τότε τῆς Παλαιστίνης Συρίας, ἐν ᾗ καὶ ἀπέθανεν, XIX 16).

Seine Beziehung zur Literatur: Flavius Boethus hatte Sinn für die Wissenschaft, über ihn sagt Galen ὅπως μὲν ἦν φιλοκαλός τε καὶ φιλομαθής, οἶσθα καὶ σύ (XIV 5). Sein Lehrer war der Peripatetiker Alexander von Damaskus, der später Lehrer der Peripatetischen Philosophie an der Hochschule in Athen war (II 215f. und o. Bd. I S. 1452), doch hatte Flavius Boethus sich auch mit der Platonischen Philosophie beschäftigt, ohne jedoch für diese besondere Vorliebe zu gewinnen (γιγνώσκοντι μὲν καὶ τὰ τοῦ λάτωνος, ἀλλὰ τοῖς Ἀριστοτέλους προσκειμένῳ μᾶλλον, XIV 625). Am Krankenlager des Peripatetikers Eudemus hatte er Galen kennen gelernt (XIV 612) und sich fortan an dessen anatomischen Kursen beteiligt (a. a. O. und II 215f. XIV 627); besonders fesselten ihn jene anatomischen Untersuchungen, durch die die Vorgänge beim Sprechen und Atmen aufgezeigt werden sollten, er selbst beschaffte hierfür die Versuchstiere (XIV 267) und ließ die dabei von Galen gehaltenen Vorträge durch Tachygraphen niederschreiben (XIV 630).

Galen hat für ihn auf seinen besonderen Wunsch (II 215) eine Reihe von Schriften verfaßt, und zwar ehe F. in seine Provinz abging, oder sie ihm nachgeschickt. Es sind im ganzen neun Werke in 27 Büchern (vgl. Ilberg Rh. Mus. XLVII 512): 1. Περὶ ἀναπνοῆς αἰτίων α β; 2. Περὶ φωνῆς α–δ; 3. Περὶ τῆς Ἱπποκράτους ἀνατομῆς α–ς; 4. Περὶ τῆς Ἐρασιστράτου ἀνατομῆς α–γ; 5. Περὶ τῆς ἐπὶ τν ζώντων ἀνατομῆς α,β; 6. Περὶ τῆς ἐπὶ τῶν τεθνεώτων ἀνατομῆς; 7. Ἀνατομικων ἐγχειρήσεων α β 1. Bearbeitung; 8. Περὶ τῶν Ἱπποκράτους καὶ Πλάτωνος δογμάτων α–ς; 9. Περὶ χρείας μορίων α. Die zwei letzten Werke sind erhalten.

Familie: Wir erfahren durch Galen auch von der Frau und dem Sohne des Flavius Boethus. Die Gattin des Flavius Boethus behandelte Galen, als sie an ῥοῦς γυναικεῖος litt (XIV 635f.). Ihre Heilung scheint auch erwähnt zu werden Περὶ τῆς τῶν καθαιρόντων φαρμάκων δυνάμεως XI 341 (vgl. Ilberg Rh. Mus LI 182). Den Sohn Kyrillus (Nr. 71) behandelte Galen, als er fieberkrank war (XIV 635f.).
[Kappelmacher.]

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