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9) Drepanum (τὸ Δρέπανον Ptolem. Diodor. XXIII 9) oder Drepana (τὰ Δρέπανα, die Griechen meist; Einw. Drepanitanus), Drepane (Sil. Ital. XIV 269), Ort an der Westspitze von Sicilien, jetzt Trapani, scheint ursprünglich Hafenort für die Niederlassung auf dem Eryx, beim Tempel der Venus gewesen zu sein (τὸ Ἐρυκίνων ἐμπόριον Diodor. XXIV 11) und weder in vorrömischer noch in römischer Zeit Stadtrecht gehabt zu haben. Den Namen hat es von der Sichelform der Halbinsel (Drepanum promunturium Plin. III 88), auf der es liegt: Fabeleien später Grammatiker (quod Saturnus post amputata virilia Caelo patri illuc falcem proiecerit u. a.) bei Serv. Aen. III 707. Tzetzes ad Lycophr. 869. Mythogr. Vatic. I 203. Abgesehen von der Hineinziehung in die Aeneassage (Vergil Aen. III 707. V 24 und Serv. z. d. St. Dionys. I 52) wird D. zuerst erwähnt im ersten punischen Kriege, wo Hamilcar (um 260) es zu einem starken Kriegshafen ausbaute und einen Teil der Bewohner des Eryx hierher verpflanzte (Diodor. XXIII 9. Zonar. VIII 11). Fälschlich nennen D. unter den von Atilius Calatinus 258 eingenommenen Städten Flor. I 18 und Auct. de vir. ill. 39, 1 (s. o. Bd. II S. 2080); denn im Verlauf des ganzen ersten punischen Krieges erscheint D. als ein Hauptstützpunkt der karthagischen Macht; im Hafen von D. vernichtete 250 Adherbal die römische Flotte unter P. Claudius Pulcher (Polyb. I 41. 46. 49–51. Zonar. VIII 16. Diodor. XXIV 1; Exc. Hoesch. p. 507); die Kämpfe um seinen Besitz leiten die Entscheidungsschlacht bei den aegatischen Inseln 241 ein (Pol. I 59. 60. Diodor. XXIV 8. 11; Exc. Hoesch. p. 509. Liv. XXVIII 41. Zonar. VIII 17).

In römischer Zeit blieb D. ein wichtiger und durch seinen Verkehr blühender Hafenort, aber ohne Stadtrecht. Erwähnt wird es von Cic. Verr. II 140. IV 37, bei den Geographen Plin. III 91. Ptolem. III 4, 4, in den Itinerarien (Ant. 91. 98. Tab. Peut.). Die antiken Überreste in D. sind unbedeutend. Vgl. Mommsen CIL X p. 747. Polizzi Monumenti della prov. di Trapani (1879). Mau Katalog d. Bibl. d. archäol. Instituts 229.
[Hülsen.]

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft

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