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Der Sturz des Ikarus ist ein Gemälde des niederländischen Malers Pieter Brueghel des Älteren. Das 1,12 x 0,73 Meter große Bild entstand 1558.

Hintergrund

Ìkaros (lat. Icarus, deutsch "Ikarus") ist aus der griechischen Mythologie bekannt: Sein Vater Daídalos (lat. Daedalus) hatte ihm Flügel konstruiert, mit denen sich Ikarus in die Lüfte erhob. Als er jedoch der Sonne zu nah kam, schmolz das Wachs, das die Federn zusammenhielt und Ikarus stürzte in den Tod. Der Dichter Ovid hat diesen Hergang in seinen Metamorphosen beschrieben.

Das Gemälde


Der Sturz des Ikarus

Ikarus’ Schicksal ist immer wieder Gegenstand künstlerischer Verarbeitung geworden und bei der bildenden Kunst verbindet man mit diesem Motiv häufig die Darstellung, in welcher Ikarus im Begriff ist, der Sonne zu nahe zu kommen. Nicht so bei Brueghel: Auf den ersten Blick tut sich ein weitreichendes Landschaftsbild mit einem Sonnenuntergang auf und Ikarus sucht man am Himmel vergeblich. Doch ist er im Bild: Rechts unten sieht man ihn ins Wasser stürzen, mit seinen nackten, strampelnden Beinen macht er dabei eine eher unglückliche Figur.

Daídalos hat Brueghel ausgespart, weit mehr Bedeutung haben in dem Gemälde andere Personen, die Vater und Sohn beim Fliegen beobachten und die Ovid erwähnt:

“Diese sah jemand, während er mit zitternder Angelrute Fische fing, oder ein Hirte, der sich auf seinen Stab oder einen Bauer, der sich auf seinen Pflug stützte, und staunte und glaubte, dass solche, die ihren Weg durch die Lüfte nehmen könnten, Götter seien.“

Der Angler sitzt unten am Wasser, der Hirte ist in der Mitte platziert, der Bauer bestellt seinen Acker, aber allen gemeinsam ist, dass sie dem Sturz des Ikarus kein Interesse entgegen bringen. Bauer und Angler lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und der Hirte schaut zwar zum Himmel, aber an der Stelle, zu der er hinaufblickt, ist Ikarus nicht abgestürzt. Es ist eine Allegorie: Der Hirte (lat.: Pastor) blickt zu Gott auf, Ikarus, der nach der christlichen Vorstellung mit seinem Flug zum Himmel Gott versucht hat, stirbt in lächerlicher Pose. Und eine weitere Figur – aus der Vorgeschichte zu Daídalos – ist gegenwärtig: Vor seiner Verbannung nach Kreta hatte Daídalos seinen begabten Schüler Talos umgebracht, indem er ihn von der Akropolis hinab warf. Talos wurde jedoch von der Göttin Athena aufgefangen und in einen Vogel verwandelt, der dicht am Boden fliegt und seine Eier in Hecken legt, denn „er fürchtet die Höhe, des einstigen Sturzes gedenkend“. Der Vogel ist bei Brueghel ein Rebhuhn, es sitzt links vom Angler auf einem Ast.

Brueghel hat die Sage vom Ikarus ganz in seine Zeit gesetzt. Dafür sprechen nicht nur die Landschaft und das für das 16. Jahrhundert typische Segelschiff. Warum er aber die Sonne untergehen und Ikarus an fast entgegengesetzter Stelle abstürzen lässt, darüber gibt eine Bemerkung seines Freundes Ortelius Aufschluss. Dieser schrieb in seinem „Buch der Freunde“:

“Unser Brueghel malt viele Dinge, die man gar nicht malen kann. (…) In seinen Werken ist oft mehr an Gedanken als an Malerei.“

Die Entfernung der Sonne war zu Brueghels Zeit zwar noch unbekannt, aber dass sie nicht nur ein paar Kilometer über der Erde hängt, sondern sehr weit weg liegt, wusste man. Immerhin braucht sie, wenn sie im Zenit steht, noch einen halben Tag, um unterzugehen. An der Sonne, wie sie auf dem Bild zu sehen ist, hat sich Brueghels Ikarus keinesfalls die Federn versenkt, sie versinkt am Horizont, während er rechts unten auf dem Wasser aufschlägt. Da im freien Fall alles wie ein Stein zu Boden stürzt, hat Brueghels Bild offensichtlich folgende Idee zugrundegelegen: Die Sonne bewegt sich von halb rechts kommend über das Bild hinweg, über Ikarus wird sie direkt im Zenit gestanden haben. Brueghel hat etwas gemalt, was zu seiner Zeit „mehr Gedanken als Malerei“ war: Er hat Ikarus sechs Stunden durch das Universum stürzen lassen.

Literatur

  • Rose-Marie und Rainer Hagen: Meisterwerke im Detail, Band 2, Taschen Verlag Köln, 2003

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