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Isaak Komnenos (* zwischen 1155 und 1166, † 1194 oder 1195) war der letzte Herrscher von Zypern vor der Eroberung der Insel durch die Kreuzritter des Dritten Kreuzzugs.

Leben

Er führte nach seiner Mutter den Namen Komnenos. Er war ein Großneffe des byzantinischen Kaisers Manuel I. (1143-1180) und ein Enkel des Sebastokrator Isaak. Der Name seiner Mutter ist unbekannt.

Keiner der byzantinischen Quellen macht genaue Angaben zu seinem Vater, Choniates berichtet nur von einer "angesehenen Familie". Wertner vermutet, Isaak sei ein Sohn der Prinzessin Anna Komnena und des ungarischen Königs Stephan V. (1162-1164 gewesen, hier sind ihm aber kaum Forscher gefolgt. R. Stiernon hält ihn für einen illegitimen Sohn von Kaiser Manuel. Am wahrscheinlichsten ist die These Collenbergs, er gehöre väterlicherseits einem jüngeren Zweig der Dukai an.

Kaiser Manuel machte Isaak zw. 1174 und 1175 bereits in jungen Jahren zum Statthalter von Isaurien und der Stadt Tarsus in Kilikien, der heutigen Osttürkei. Hier heiratete er, vermutlich 1178, eine armenische Prinzessin, die Tochter von Thoros II. (1120-1169) und Isabella von Courtenay von Edessa, mit der er zwei Kinder hatte. Nachdem sich die byzantinisch-armenischen Beziehungen wieder verschlechtert hatten und Rubenos III. ein Bündnis mit dem Sultan von Ikonium (Konya) eingegangen war, begann Isaak einen Krieg gegen Armenien, bei dem er in Gefangenschaft geriet. Armenische Quellen berichten, daß er einen Feldzug gegen den Sultan von Konya unternommen habe. Nach dem Tod Manuels (1180) während der Herrschaft seines minderjährigen Sohnes Alexios II. scheint sich niemand mehr um Isaaks Schicksal gekümmert zu haben, und er blieb lange Zeit in armenischer Ketten. Die armenischen Lösegeldforderungen scheinen zudem relativ hoch gewesen zu sein, schließlich waren diese ein wichtiges Einkommen für die "Herren der Berge".

1182 wurde der kleinarmenische Herrscher Rubenos III. von Bohemund III. von Antiochia gefangengenommen. Als Lösegeld sollte er 30.000 Solidi zahlen und einige kilikische Küstenstädte übergeben. An Stelle des immer knappen Geldes bot Rupenos an, den Lateinern Isaak und seine Familie zu übergeben. Bohemund willigte ein und setzte nun seinerseits ein Lösegeld von 60.000 Solidi für Isaak fest.

Schließlich konnte seine Tante Theodora ihren langjährige Geliebten, den neuen Kaiser Andronikos I. (1123-1185) überreden, zum Lösegeld für ihren Neffen beizutragen, ebenso wie sein Stiefvater Konstantinos Makrodukas und Andronikos Dukas, ein weiterer Verwandter und Jugendfreund. Nach der Zahlung von 30.000 Solidi kam Isaak 1183 oder Anfang 1184 frei, mußte seine Kinder aber als Sicherheit in Antiochia zurücklassen. Der Orden der Templer (die Phreri, wie Niketas Choniates sie nennt) garantierte für das noch fehlende Lösegeld.

Isaak sammelte auf der Insel Zypern, das zum Gouvernement von Kilikien gehörte, das noch fehlende Lösegeld ein und sandte es an die Templer. Es wurde jedoch unterwegs von Piraten geraubt (Collenberg vermutet hier die Hand Bohemunds) und seine Kinder blieben zwei weitere Jahre als Geiseln in Antiochia, wie der Chronist Roger von Hoveden berichtet. Was mit seiner Frau geschah, ist unbekannt, wahrscheinlich war sie zu ihrer Familie in Armenien zurückgekehrt, als Isaak an Bohemund übergeben wurde. Benoit von Peterborough beschuldigt Isaak, sie ermordet zu haben, nennt aber keine Details. Sie wird jedenfalls nach 1185 nicht mehr erwähnt und muß verstorben sein, bevor Isaak in zweiter Ehe eine Schwester von Wilhelm III. von Sizilien heiratete.

Laut Niketas Choniates warb Isaak nun eine Söldnertruppe an und segelte nach Zypern. Dort zeigte er Briefe mit kaiserlichem Siegel vor – Brief und Siegel von ihm persönlich gefälscht – welche die örtliche Verwaltung anwiesen, ihn in jeder Hinsicht zu unterstützten, und regierte die Insel wie ein Statthalter. Wahrscheinlicher ist, daß ihn Kaiser Alexios II. bzw. der Regent Andronikos völlig legal zum Statthalter ernannt hatte.

Kap St. Andreas, Nordzypern

Konstantin Makrodukas und Andronikos Dukas hatten für Isaaks Lehnstreue gebürgt. Als er nicht zurückkehrte, ließ Kaiser Andronikos sie wegen Verrats einsperren, obwohl Konstantin bis dahin sein loyaler Untergebener gewesen war. Andronikos fürchtete, Isaak könne versuchen, seinen Thron zu erobern, zumal das Wasserorakel des Höflings Stephan Hagiochristophorites ein I (Jota) als Anfangsbuchstabe des nächstens Kaisers ergeben hatte. Als die Gefangenen aus der Gefängnis geholt wurden, um sich der Anklage zu stellen, begann Stephanos Hagiochristophorites, sie zu steinigen und zwang andere, im zu folgen. Beide Gefangenen wurden vor dem Mangana-Palastes gepfählt.

Ein weiteres Orakel teilte Andronikos den Regierungsantritt des nächsten Kaisers mit, ein Datum, das zu nahe lag, um Isaak von Zypern aus die Möglichkeit zu geben, nach Konstantinopel zu kommen.

In der Zwischenzeit hatte Isaak viele weitere Europäer in seinen Dienst genommen. Er setzte einen autokephal unabhängigen Patriarchen für Zypern ein, der ihn zu Kaiser krönte. Nach Niketas begann er bald mit der Plünderung der Insel, vergewaltigte Frauen, verhängte grausamste Strafen für Verbrechen, und stahl den Bürgern ihr Eigentum. "Zyprioten von hohem Ansehen, in der Schande vergleichbar mit Hiob, wurden bettelnd in den Straßen gesehen, nackt und hungrig, sofern sie nicht von diesem jähzornigen Tyrannen ins Schwert gestoßen worden waren." Darüber hinaus ließ er seinem alten Lehrer Basileios Pentakenos einen Fuß abhauen, was Niketas offenbar noch ekelhafter findet.

1185 wurde Isaak II. Angelos nach einem Volksaufstand Kaiser, und stellte einen Verband von 70 Schiffen auf, um Zypern zurück zu erobern. Diese Flotte stand unter dem Kommando von Johannes Kontostephanos und Alexios Komnenos, einem Neffen, den der frühere Kaiser einst beiseite geschoben hatte. Beide scheinen jedoch ihrer Aufgabe nicht gewachsen gewesen zu sein – Johannes war zwar ein berühmter Feldherr, aber schon ziemlich alt, Alexios seinerzeit auf Andronikos’ Befehl geblendet worden. Sie landeten auf Zypern, wo Megareites (Margaritos von Brindisi), ein Pirat in Diensten des Königs Wilhelm II. von Sizilien (1166-1189) die Schiffe wegnahm, nachdem die byzantinischen Soldaten sie verlassen hatten. Isaak, eher Megareites, überwand die Byzantiner, und nahm die Schiffe mit nach Sizilien, während die Invasoren auf Zypern blieben, und sehen mussten, wie sie zurecht kamen. "Erst viel später kehrten sie heim, sofern sie nicht alle gestorben waren." Isaaks Sohn aus erster Ehe starb zwischen 1187 und 1191, damit war seine Tochter, die "Maid von Zypern" seine einzige Erbin. Benoit von Peterborough beschuldigt Isaak, auch seinen Sohn ermordet zu haben. Andere Quellen berichten aber, er habe seine Kinder sehr geliebt.

1192 eroberte der "König der Inglinen" (Richard Löwenherz) die Insel auf seinem Weg nach Tyros. Isaak wurde in der Nähe des Kap St. Andreas auf dem Karpaz, dem nördlichsten Punkt der Insel, gefangen gesetzt. Nach der Überlieferung hatte Richard Isaak versprochen, ihn nicht in Eisen zu legen, statt dessen verwendete er Silberketten. Isaak wurde den Johannitern übergeben, die ihn in Margat bei Tripolis im Libanon einsperrten, wo er 1194 oder 1195 starb.

Isaak wird als jähzorniger und gewalttätiger Mann beschrieben, "kochend vor Wut wie ein Kessel auf dem Feuer", aber Niketas, ein Anhänger der Angeloi, ist offenbar nicht besonders unparteiisch. Die ihm zugeschriebenen Grausamkeiten verblassen noch im Vergleich zu denen des Kaisers Andronikos I. Er scheint mit Wilhelm von Sizilien verbündet gewesen zu sein, der ein mächtiger Dorn im Fleisch des Reiches war, der ihm ausdauernd half, die Insel zu halten, und auch enge Beziehungen zum Sultan Saladin gepflegt zu haben.

Weblinks

Quellen

  • G. Hill, A history of Cyprus (London 1901).
  • St. Runciman, Geschichte der Kreuzzüge (München)
  • W. H. Rudt de Collenberg, L'Empereur Isaac de Chypre et sa fille (1155-1207).
  • M. Wertheim, die Allianzen der Arpaden (Wien 1884)

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