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Karl-Erich Koch (* 21. Oktober 1910 in Berlin; † 5. März 2000 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts.

Leben
Bundesarchiv: Kunst- und Literaturpreis an Karl-Erich Koch (rechts)

Karl-Erich Koch bestand die Eignungsprüfung an der Preußischen Akademie der Künste, wo er Käthe Kollwitz begegnete; in der Prüfungskommission sitzend, bestätigte sie ihm sein künstlerisches Talent. Nach dem Tod des Vaters jedoch, der bis dahin als Stadtsekretär beim Berliner Magistrat tätig war, musste Karl-Erich das Reform-Real-Gymnasiums Zehlendorf verlassen. Die finanziellen Verhältnisse zwangen ihn zu einer Lehre als Dekorationsmaler; wobei er mit großer Leidenschaft die künstlerische Arbeit weiter verfolgte. Mit 18 Jahren verlobte er sich heimlich mit Anneliese Mustroph, seiner späteren Frau, die derzeit Stadtsekretärin beim Bezirksamt Zehlendorf war, wie auch Pianistin und Organistin. 1930 folgte die erste Teilnahme an der Ausstellung im Zehlendorfer Rathaus, mit dem Porträt von Anneliese; den Ehrenvorsitz hat Max Liebermann. Während der Ausstellungszeit lernte er viele weitere bekannte Künstler kennen, unter anderen den Maler und Grafiker Felix Krause aus Kleinmachnow. 1934 begann er das Studium Akt und Porträt, bei Professor Otto Freytag in der Vereinigung Bildender Künstler e.V. Berlin. Anneliese Koch, mit der er seit den 1930er Jahren in Kleinmachnow wohnte, heiratete er 1935. Zwischen 1945 und 1949 lebte er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Ab 1949 arbeitete er auch als Gebrauchsgrafiker und Werbeleiter im VEB Geräte- und Reglerwerk Teltow. Hier begann eine langjährige Freundschaft mit Kurt Zieger, ebenfalls Maler und Grafiker aus der Stahnsdorf. Direkt nach 1949 beteiligte er sich an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen in Deutschland, Polen, Weißrussland und China. 1953 nahm er an der 3. Deutschen Kunstausstellung in Dresden teil. 1958 entstand der grafische Zyklus "Thema 61" über das Arbeitsleben in VEB-Produktionsbetrieben, welchen er verlegte. 1960 erhielt er den Kunst- und Literaturpreis der DDR für seine “Illustration zum Brigadetagebuch”. 1966 veröffentlichte er mit Vilmos Korn das Werk “Einer neben Dir”. 1996 war Karl-Erich Koch auch im hohen Alter noch aktiv und mischte sich ein. Unter dem Künstlernamen „CARLOTTO“ erfindet er den „OVALISMUS“ und begann im Alter von 86 Jahren mit ersten Arbeiten zur Serie – einer Satire auf das “Kunstgeschäft” und die Gesellschaft mittels Malerei und Text. 1998 kaufte das Deutsche Historische Museum einige seiner großen Lithografien aus dem grafischen Zyklus "Thema 61".


Auszeichnungen (Auswahl)

6. Juni 1960 Kunstpreis des FDGB

Illustrationen (Auswahl)

Jenseits der Mauer: Kunst und Alltagsgegenstände aus der DDR. Katalogcover, 2014

Werke (Auswahl)

S. H. Begenau: Wie der Zyklus „Die Brigade“ entstand – zu den in Karl-Marx-Stadt mit dem Kunstpreis der FDGB ausgezeichneten Arbeiten von Karl-Erich Koch. Henschel-Verlag, Berlin 1960.
Karl-Erich Koch: Thema 61. Verlag Tribüne, Berlin-Treptow 1961.
Karl-Erich Koch: Das künstlerische Urteil im Leben gewonnen – zum Schaffen von Alois Kowol. Bildende Kunst Henschel-Verlag, Berlin 1962.
Karl-Erich Koch: Einer neben dir. Verlag Freier Dt. Gewerkschaftsbund, Potsdam 1966.
Karl-Erich Koch: Luft hilft automatisieren – Grundlagen und Geräte der Niederdruckpneumatik leichtverständlich dargestellt. Verlag VEB Geräte- u. Regler-Werke Teltow, Berlin 1966.

Weblinks

Karl-Erich Koch in der Objektdatenbank Deutsches Historisches Museum
Website Karl-Erich Koch
Harald Kretzschmar über Carlotto oder Malerich - wer war Karl-Erich Koch
Wende Museum - Los Angeles - DDR-Geschichte im US-Bunker
Neue Geschichtensammlung von H. Kretzschmar – Spezialisten und Überflieger in Kleinmachnow – Märkische Allgemeine

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