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Cornelis Ketel


Zeichnungen

Schützenstück

Cornelis Ketel (* 18. März 1548 in Gouda; † 8. August 1616 in Amsterdam) war ein bedeutender holländischer Porträt-, Allegorien- und Historienmaler, Architekt, Bildhauer und Autor. Sein Werk ist dem späten Manierismus zuzuordnen.

Leben

Der Sohn von G. J. Van Proyen genoss seine Ausbildung bei seinem Onkel Cornelis Jacobsz Ketel († 1568) und um 1565 bei Anthonie van Blocklandt (1533/34–1583) in Delft.

Im Jahr 1566 hielt er sich in Paris und in Fontainebleau auf, wo ihn die Künstler der Schule von Fontainebleau prägten. Zwei Jahre später ist seine Anwesenheit in seiner Heimatstadt Gouda belegt, von 1573 bis 1581 wirkte er in London. Dort porträtierte er die Königin Elisabeth I. und mehrere Angehörige des englischen Adels und begegnete vermutlich dem italienischen Maler Federico Zuccari (1542–1609). Danach hielt er sich in Amsterdam auf, bevor er sich im Jahr 1590 wieder in Gouda niederließ.

Cornelis Ketel starb 1616 im Alter von 68 Jahren in Amsterdam.

Er war einer der Lehrer von Dirck Barendsz (1534–1592).


Werk

Cornelis Ketel schuf komplexe, heute verschollene, aber durch Karel van Manders Beschreibungen und durch Gravuren bekannte Allegorien, wie die nach einem seiner Werke gestochene Allegorie der menschlichen Natur des Amsterdamer Rijksprentenkabinetts.

Er zeichnete sich jedoch vor allem als Porträtist aus und wird als erster Künstler angeführt, der in der elisabethanischen Epoche Gruppenbilder schuf, wie sie später auch Frans Hals malte. Im Bereich der Historienmalerei gilt er neben Hendrick Goltzius (1558–1616) und Cornelis van Haarlem (1562–1638) als eine der Hauptfiguren des späten Manierismus.

Auswahl

1574: Portrait des Edward Finnes of Clinton, London, National Portrait Gallery
1578: Portrait des Thomas Pead, Denver, Art Museum
1578: Portrait der Königin Elisabeth von England
1581/1590?: Allegorie mit Spiegel, Amsterdam
1588: Die Kompagnie des Hauptmanns Dirck Jacobsz Rosecrans oder Die Armbrustschützen, Amsterdam, Rijksmuseum
1590: Portrait des Dirck Barendsz, Amsterdam, Rijksmuseum
1594: Portrait einer 56jährigen Frau, Madrid, Museo Thyssen-Bornemisza
1601: Portrait eines Mannes, Rotterdam, Museum Boijmans Van Beuningen
????: Die Familie, Utrecht, Museum

Cornelis Ketel wurde des Weiteren im Zusammenhang mit dem in der Folger Shakespeare Library in Washington D.C. aufbewahrten sogenannten Ashbourne-Portrait als mutmaßlicher Urheber dieses Werkes genannt, allerdings konnte das Monogramm, auf das sich diese Hypothese stützt, bisher nicht identifiziert werden, so dass dieser unzureichend belegten Zuschreibung mit entsprechender Skepsis zu begegnen ist.

Literatur

Joseph Eduard Wessely: Ketel, Cornelis. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 664 f.
Dictionnaire de la peinture flamande et hollandaise, Librairie Larousse, Paris 1989, ISBN 2-03-740015-2

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