Fabius Maximus Verrucosus

Quintus Fabius Maximus Verrucosus (Verrusosus heißt im Lateinischen warzig), genannt Cunctator, der Zögerer, (* um 275 v. Chr.; † 203 v. Chr.), war ein General der römischen Republik, fünfmal Konsul (233 v. Chr., 228 v. Chr., 215 v. Chr., 214 v. Chr. und 209 v. Chr.) und zweimal Diktator. Sein Beiname Cunctator (Zauderer) weist auf seine Taktik des hinhaltenden Widerstandes hin, die die römischen Truppen im Zweiten Punischen Krieg (218 v. Chr. - 201 v. Chr.) einsetzten.

Fabius, der aus einem der ältesten römischen Patriziergeschlechter stammte, muss bereits am Ersten Punischen Krieg teilgenommen haben, doch kennen wir darüber keine Einzelheiten. Erst nach Ende des Kriegs machte er eine rasche politische Karriere.

Nach der verlorenen Schlacht am Trasimenischen See 217 v. Chr. wurde er in einer Ausnahmesituation vom Volk zum Diktator gewählt (bisher waren Diktatoren von einem Consul ernannt worden). In dieser Funktion hielt er seine Soldaten nahe bei Hannibals Invasionstruppen und vermied gleichzeitig die Schlacht gegen die im offenen Feld überlegenen Karthager, war durch seinen hinhaltenden Widerstand jedoch in der Lage, die karthagischen Kräfte so zu binden, dass Hannibals Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurde, seine eigene militärische Stärke aber erhalten blieb, womit er die Voraussetzungen für militärische Erfolge auf anderen Kriegsschauplätzen schuf.

Die Römer waren mit dieser defensiven Kriegführung unzufrieden und gaben Fabius seinen Beinamen als Beschimpfung, aber nach der Katastrophe in der wiederum offensiv geführten Schlacht von Cannae (216 v. Chr.) wurde die Bedeutung seiner Strategie erkannt und Cunctator zum Ehrentitel. Fabius' Vorgehensweise wurde in der Folgezeit bestimmend für die Kriegführung der römischen Armee in Italien. Seine eigenen militärischen Erfolge sind gering (Ausnahme mag die Wiedereroberung Tarents 209 v. Chr. sein), aber sein persönlicher Einfluss hielt Roms Widerstandskraft nach Cannae erfolgreich aufrecht. In der späteren, legendär überformten Überlieferung wurde Fabius zum Muster des bedächtig-zähen Römers stilisiert (Ennius: unus homo nobis cunctando restituit rem – „ein Mann hat uns durch sein Zögern den Staat wiederhergestellt“)

Seine Vorsicht ist der Ursprung des Begriffs Fabianismus (siehe auch Fabian Society) in der Politik Großbritanniens zum Ende des 19. Jahrhunderts.


Plutarch's Parallele Lebensbeschreibungen

Alkibiades und Coriolanus - Alexander der Große und Julius Caesar - Aratos & Artaxerxes und Galba & Otho - Aristides und Cato der Ältere

Crassus und Nikias - Demetrios und Antonius - Demosthenes und Cicero - Dion und Brutus - Fabius und Perikles - Lucullus und Kimon

Lysander und Sulla - Numa und Lykurgos - Pelopidas und Marcellus - Philopoemen und Flamininus - Phokion und Cato der Jüngere - Pompeius und Agesilaos

Poplicola und Solon - Pyrrhos und Gaius Marius - Romulus und Theseus - Sertorius und Eumenes
Tiberius Gracchus & Gaius Gracchus und Agis IV & Kleomenes III - Timoleon und Aemilius Paullus - Themistokles und Camillus

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Literatur



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