Agrippina die Ältere

Agrippina die Ältere. Porträt hergestellt während der Zeit des Caligula, 37 bis 41 n.Chr. Griechischer Marmor, produziert in Athen, Höhe: 44 cm. Accession number MND 848 (Ma 3133)
Louvre Museum, Department of Greek, Etruscan and Roman Antiquities, Denon wing, ground floor, room 23 (Quelle)

Vipsania Agrippina (* 14 v. Chr.; † 18. Oktober 33 n. Chr.), oft kurz Agrippina maior (Agrippina die Ältere) genannt, war eine Tochter des Marcus Vipsanius Agrippa und der Julia, Tochter des Augustus.


Charakter

Tacitus schreibt Agrippina ein leidenschaftliches Gemüt zu, aber auch Sittenreinheit und Liebe in der Ehe. Als Mutter führte sie ihre Aufgaben selbst in den entlegenen Heereslagern Germaniens aus. Mehrere Taten sprechen von großer Selbstständigkeit, wurden aber, obwohl ungewöhnlich für römische Frauen, überwiegend positiv aufgefasst.


Leben

Als Enkelin des Kaisers Augustus war Agrippina das Leben einer römischen Aristokratin bestimmt. Der Kaiser selbst hatte großen Einfluss auf ihre Erziehung und brachte ihr das Lesen und Schreiben bei.[1] In einem Brief lobte er ihre Talente und gute Anlagen.[2] Auf seine Weisung hin wurde Agrippina 5 n. Chr. mit Germanicus verheiratet, mit dem sie insgesamt neun Kinder hatte, darunter Gaius, den späteren Kaiser Caligula, Drusus Caesar und Agrippina die Jüngere, Frau des Claudius und Mutter Neros. Sie begleitete ihren Mann 14–16 nach Germanien, wo sie bei den Soldaten ob ihrer vorbildhafter Tugend und Treue zu Germanicus, aber auch wegen ihres unzähmbaren Willens großes Ansehen besaß. Als eine germanische Streitmacht über die Rheinbrücke zu setzten drohte, nahm sie selbst das Kommando der Truppen in die Hand. Der siegreichen Rückkehr nach Rom folgte im Jahr 17 die Reise des Germanicus in den Osten, auf der Agrippina ihn wieder begleitete und wo sie auf der Insel Lesbos ihr letztes Kind gebar. Auf dieser Reise verstarb Germanicus 19 n. Chr. unter mysteriösen Umständen in Antiochia.

Agrippina brachte seine Asche nach Rom zurück. Ihr Verhältnis zu Kaiser Tiberius war zunehmend gespannt, und sie wurde 29 auf die Insel Pandataria verbannt, wo sie durch Selbstmord starb. Erst nach dem Tod des Tiberius wurde ihre Urne im Augustusmausoleum beigesetzt.

Agrippina die Ältere


Weblinks



Anmerkungen

  1. ↑ Sueton, Augustus 64; allerdings ist dort wörtlich nur von seinen männlichen Enkeln (nepotes) die Rede.
  2. ↑ Sueton, Augustus 86.

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