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Miltiades (Μιλτιάδης)(* um 550 v. Chr.; † ca. 489 v. Chr.) war ein aus Athen stammender Feldherr und Politiker. Er trat, unterstützt von den attischen Tyrannen aus der Familie des Peisistratos, etwa zwischen 524 und 516 v. Chr. die Nachfolge eines gleichnamigen Verwandten, Miltiades des Älteren, als Tyrann der thrakischen Chersones (jetzige Halbinsel Gallipoli) an, die unter persischer Oberherrschaft stand. Nach dem Ende des Ionischen Aufstands kehrte er nach Athen zurück und war treibende Kraft bei der Verteidigung gegen die Perser. Am Sieg der Athener über eine persische Streitmacht bei Marathon im Jahre 490 v. Chr. hatte er entscheidenden Anteil.

Miltiades der Jüngere

Von Miltiades in Olympia geweihter Helm

Im folgenden Jahr führte Miltiades einen attischen Feldzug gegen die Insel Paros, der aber scheiterte. Miltiades wurde deshalb nach seiner Rückkehr nach Athen von Xanthippos, dem Vater des Perikles, angeklagt und zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde jedoch zu einer hohen Geldstrafe umgewandelt, die er nicht begleichen konnte. Folglich kam er ins Gefängnis und starb dort an einer bei Paros erlittenen Verletzung. Sein Sohn Kimon spielte in den folgenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Politik Athens. Bekannt ist auch seine Tochter Elpinike.

Bei den Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts in Olympia fand man im Jahre 1940 das Fragment eines bronzenen Helms aus dem Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. Nachdem die Grabungen in Olympia Anfang der 1950er-Jahre unter Leitung von Emil Kunze wiederaufgenommen worden waren, entdeckte Hans-Volkmar Herrmann bei der Reinigung des Helms die Weiheinschrift:[1]

Μιλτιάδες ἀνέ[θ]εκεν [⋮ τ]ο̑ι Δί (Miltiades anetheken toi Di „Miltiades hat (diesen Helm) Zeus geweiht“).

Weblinks

Miltiades-Vita des Cornelius Nepos (lateinisch und deutsch) - Nepos unterscheidet nicht zwischen dem Älteren und Jüngeren Miltiades
Jona Lendering: Artikel. In: Livius.org (englisch)

Anmerkungen

↑ Supplementum epigraphicum Graecum 14, 351.

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