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Daochos II. (griech: Δάοχος; 4. Jahrhundert v. Chr.), Sohn des Sisyphos, war ein thessalischer Aristokrat und Gefolgsmann Philipps II. von Makedonien.

Daochos entstammte einer aristokratischen Familie Thessaliens, aus der Stadt Pharsalos. Seine Vorfahren hatten zeitweilig das Amt des tetrarchos bekleidet, eines Vorstehers von einem der vier Wehrbezirke (tetras) Thessaliens. Sein Großvater Daochos I. hatte sogar das Amt des tagos innegehabt, des obersten Feldherrn des thessalischen Bundes. In der Mitte des 4. vorchristlichen Jahrhunderts war Thessalien unter die Vorherrschaft des nördlich benachbarten Makedoniens gefallen. Als Anhänger des Königs Philipp II. war Daochos im Jahr 338 v. Chr. als Angehöriger einer Delegation in Theben aufgetreten, die mit den dortigen Stadtführern ein gemeinsames Vorgehen gegen Athen verhandelte.[1] Zwischen den Jahren 336 und 332 v. Chr. war er der Delegierte Thessaliens in der delphischen Amphiktyonie.

Die Familie des Daochos
Stammbaum Bild
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aparos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aknonios
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Telemachos
 
 
Agias
 
 
Agelaos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Daochos I.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sisyphos I.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Daochos II.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sisyphos II.
 
 
 
 
 
Daochos-Anathem
Das Daochos-Anathem im Archäologischen Museum von Delphi.
(Die Statuen von links nach rechts:)
1. Sisyphios II.
2. Daochos II. Fußfragmente

3. Sisyphos I,

als Krieger gewürdigt

Graphic7

4. Daochos I

tagos des thessalischen Bundes

5. Agelaos

einmaliger Sieger der Pythien im Stadionlauf der Knaben

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6. Telemachos

Statue hier nicht aufgestellt. Sieger mehrerer Spiele im Ringkampf, hatte dabei einen Gegner getötet.
7. Agias einmaliger Sieger der Olympiaden im Pankration
dreimaliger Sieger der Pythien
fünfmaliger Sieger der Nemeen
fünfmaliger Sieger der Isthmien
8. Aknonios tetrarchos in Thessalien

Nachhaltig bekannt ist Daochos II. durch sein Weihegeschenk (Anathem) an das Heiligtum von Delphi in Form von acht marmornen Statuen, die neben ihm und seinem Sohn sechs weitere männliche Vorfahren seiner Familie darstellen. Zu den bemerkenswertesten Werken dieses Ensembles zählt die Statue für seinen Urgroßvater Agias, der laut erhaltener Inschrift unter anderem als erster thessalischer Sieger des Pankration der olympischen Spiele gewürdigt wird. Weiterhin stellt diese Statue eine Kopie eines in Pharsalos aufgestellten bronzenen Originals des berühmten Bildhauers Lysippos dar. Sein Großvater Daochos I. wurde im Gewand einer makedonischen Chlamys dargestellt, was wohl eher einen Rückschluss auf die promakedonische Gesinnung des Daochos II. selbst zulässt. Von seiner eigenen Statue sind nur Fragmente der Füße erhalten.

Literatur

Elizabeth M. Gardiner, Kendall K. Smith und William Bell Dinsmoor: The Group Dedicated by Daochus at Delphi, In: American Journal of Archaeology, Vol. 13 (1909), S. 447–476.
Kendall K. Smith: The Olympic Victory of Agias of Thessaly, In: Classical Philology, Vol. 5 (1910), S. 169–174.
T. Dohrn: Die Mamor-Standbilder des Daochos-Weihgeschenks in Delphi, In: Antike Plastik, Bd. 8 (1968), S. 33–51.
Steven Lattimore: The Chlamys of Daochos I, In: American Journal of Archaeology, Vol. 79 (1975), S. 87–88.

Anmerkungen

↑ Theopompos, FGrHist. 115 F209; Demosthenes, Kranzrede (18), 211; Polybios 18, 14, 4; Plutarch, Demosthenes 18, 2.

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