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Führer des Chors. Bei Zeus, dass habe ich nicht gewusst!
Pisthetaeros. Das ist weil du so leichtfertig bist und nie den Äsop gelesen hast
Aristophanes Die Vögel

Äsop (auch Aesop, Aisop, Aisopos, Aisopus oder Aesopus) war ein berühmter griechischer Dichter von Fabeln und Gleichnissen und lebte um 600 v. Chr. Er gilt als der Begründer der Fabeldichtung und so wurde sein Name zum Gattungsnamen für die Fabeldichtung überhaupt.

Sicheres über die Person des Äsop ist nicht bekannt und nur dass Äsop ein griechischer Sklave war, da von ihm selber fast nur legendenhaft und sagenumsponnen, fast mythisch berichtet wird. Da Fabeln in Griechenland, etwa von Hesiod oder Archilochos, zur mündlichen Kultur des Volkes eher niederer Abkunft, nicht des Adels, gehörten, wird vermutet, dass Äsop, ähnlich wie sein Publikum, ein Mann des Volkes gewesen ist.

Äsop der Sklave

Der Überlieferung nach soll er aus Phrygien stammen, nach Aristoteles aber war er Thraker. Lokalisiert wird er durch Herodot in Ionien, in Samos im 6. Jahrhundert, zeitgleich mit Sappho. Er soll als Sklave mehreren Herren gedient haben, bis ihn der Samier Iadmon freiließ. Angeblich kam er dann an den Hof des Königs Kroisos, dessen Vertrauen er durch seinen klugen Witz in solchem Maß gewann, dass er ihn auf mehrere Gesandtschaften schickte; auf einer solchen nach Delphi wurde Äsop von den dortigen Priestern wegen Gotteslästerung ermordet, wie Aristophanes berichtet. Was von seiner Hässlichkeit und Eulenspiegelhaftigkeit gemeldet wird, ist auf Rechnung späterer Erfindungen zu schreiben. Im ersten Jahrhundert nach Christus erschien ein Äsop-Roman, nach dem er zuerst stumm gewesen, dann von der Göttin Isis die Sprache erhalten hat und vor seiner Freilassung Sklave des Philosophen Xanthos gewesen ist.

Der Tod von Äsop in Delphi

Äsops Fabeln erhielten sich in prosaischer Form lange nur durch Tradition in mündlicher Überlieferung des Volks; eine Sammlung der Fabeln soll zuerst Demetrios Phalereus um 300 v. Chr. vorgenommen haben, die aber im 10. Jahrhundert verloren gegangen ist. Die verschiedenen auf uns gekommenen Sammlungen Äsopischer Fabeln sind teils späte prosaische Auflösungen der metrischen Bearbeitung des Babrios, teils Produkte der Rhetorenschulen aus verschiedener Zeit und von verschiedenem Wert.

So sah der spanische Maler Diego Velasquez den griechischen Dichter Äsop


Äsops Fabeln sind uns aus der Antike nur in den metrischen Bearbeitungen des Phaedrus, Babrios und Avianus bekannt. Bei den Äsopischen Fabeln handelt es sich um mythische und säkulare kurze Geschichten, die als Gleichnis in Erscheinung treten. Die angesprochenen menschlichen Schwächen sind nie außergewöhnlich: Neid, Dummheit, Geiz, Eitelkeit usw. Stoffe und Figuren stammen aus dem Horizont des kleinen Mannes im Griechenland des 6. Jahrhunderts v. Chr., Handlungsträger sind Tiere, Pflanzen, gar Götter oder bekannte Menschen der Zeit. Das Geschehen in den Äsopischen Fabeln hatte für die Menschen seiner Zeit eine unmittelbar einleuchtende Aussage oder aber eine behutsam in Form einer Allegorie verpackte Bedeutung. Äsops Fabeln werten, urteilen und demaskieren zwar, vernichten oder verdammen aber nicht.

Die europäische Fabeldichtung geht auf Äsop zurück, nicht auf ähnliche Erzählungen mit Gleichnischarakter, die bereits im Alten Orient um 3000 v. Chr. erzählt worden sind. Erst im 13. Jahrhundert wurden die europäischen Fabeln, nach ihrer Entfaltung im Mittelalter, wieder mit indisch-arabischem Gut bereichert. Lessing berief sich beim Schreiben seiner Fabeln im Rahmen der Aufklärung auf Äsop.

Eine Tierfabel von Äsop: Löwe, Esel und Fuchs gehen gemeinsam auf die Jagd, und der Löwe eignet sich die ganze Beute an. Als der Esel drei gleiche Teile daraus macht, schlägt der Löwe ihn nieder. Daraufhin befiehlt er dem Fuchs, nun die Beute zu teilen. Der Fuchs gibt dem Löwen alles, und der Löwe fragt lachend, warum er das täte, woraufhin der Fuchs wortlos auf den toten Esel zeigt. Daher kommt die deutsche Redewendung "den Löwenanteil bekommen".

Äsop, Fuchs und Rabe

Äsop, Hase und Schildkröte

Sonstiges

Äsop ist auch der Name des angeblichen Verfassers einer romanhaften Geschichte Alexanders des Großen, welche um 400 n. Chr. von einem Julius Valerius unter dem Titel: "Res gestae Alexandri Macedoms translatae ex Aesopo Graeco" ins Lateinische übersetzt worden ist. Später wurde jedoch das griechische Original in der Pariser Bibliothek entdeckt, wo Kallisthenes als Verfasser genannt ist. Er soll Sklave gewesen sein und mit der Frau seines Herren beim Reden erwischt worden sein.

Literatur

  • Reinhard Dithmar: Existenz- und Gesellschaftskritik in der Fabel von Äsop bis Brecht. In: Die Schulwarte, 1/1971.
  • Kindlers Literaturlexion: Band V, Zürich 1985.

Fabeln von Äsop für Kinder (und warum nicht auch für Erwachsene? 147 Fabeln inspiriert von Äsops Werk ) (englisch)

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