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Persephone / Kore, Ashmolean Museum

Persephone (griechisch Περσεφόνη, „die, die das Licht zerstört“) ist in der griechischen Mythologie eine Toten-, Unterwelt- und Fruchtbarkeitsgöttin. In der römischen Mythologie wird sie zur Proserpina.

Sie ist Tochter des Zeus und seiner Schwester Demeter und trägt ursprünglich den Namen Kore ("Mädchen").

Mythos

Ihr eigener Vater Zeus verliebte sich in Kore, in der Gestalt einer Schlange kroch er in sie und befruchtete seine Tochter, sie gebar Zagreus, der Zeus' Nachfolger werden sollte. Nachdem nun Zeus seinen Willen bekommen hatte, zeigte er kein Interesse mehr an Kore. Sein Bruder Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich in sie. Hades bat Zeus um Kore. Wissend, dass Kore nicht freiwillig in die sonnenlose Unterwelt gehen würde, stimmte Zeus weder zu, noch lehnte er ab. Hades interpretierte dies als Zustimmung. Als Kore in der Nysa-Ebene Blumen pflückte, stieg Hades aus der Unterwelt empor und entführte Persephone auf seiner Kutsche. Ihre Hilfeschreie wurden von Zeus ignoriert.

Kore fügte sich, nun als Persephone bezeichnet, in ihr Schicksal.

Demeter, Triptolemos und Persephone, Eleusis, 430 v. Chr.

Siehe NAMA 126 : Votiv relief. Demeter, Kore und Triptolemos

Homerischer Mythos

Homer berichtet in der Hymne für Demeter, dass Persephones Mutter Demeter neun Tage nach ihrer Tochter suchte und schließlich von Hekate, die Persephones Schreie gehört hatte, in Kenntnis gesetzt wurde. Sie war ob des Raubes entsetzt. Bei Ovid (in den Metamorphosen) versucht die Nymphe Cyane, die in der Nähe ist, vergeblich die Entführung Proserpinas abzuwenden. In ihren Tränen löst sie sich schließlich auf, in der so entstandenen Quelle findet Demeter den Gürtel ihrer Tochter.

Demeter wollte mit den Göttern nichts mehr zu tun haben und verließ den Olymp. Sie befahl den Pflanzen, nicht mehr zu sprießen, und schon bald war alles Land verödet. Die einigermaßen verzweifelten Götter wandten sich nun an Zeus, er solle doch etwas unternehmen. Zeus blieb nichts anderes übrig und, da Demeter nicht verhandeln wollte, sondern nur ihre Tochter wieder haben wollte, willigte er unter der Bedingung ein, dass Kore zurück kehren könne, wenn sie in der Unterwelt noch nichts gegessen hätte. Demeter war einverstanden. Also ging man gemeinsam in die Unterwelt und fragte sie, ob sie etwas gegessen hätte. Kore antwortete nein. Auch Hades hatte sie nichts essen sehen, somit war alles klar.

Hades war jedoch schwerst verbittert, er liebte seine Persephone, doch gegen Zeus' Willen war er machtlos. Aber plötzlich meldete sich ein Denunziant namens Askalaphos, der gesehen haben wollte, dass Persephone vier Kerne eines Granatapfels gegessen hätte. Er schwor sogar den heiligen Eid beim Styx. Hades bestand nun darauf, dass Persephone bleiben müsse, aber Zeus meinte, dass man vier Kerne schwerlich als ein ordentliches Essen bezeichnen könne, jedoch gegessen hatte sie wirklich etwas. Ein Kompromiss musste her. Nach langen und zähen Verhandlungen einigte man sich auf Folgendes: 4 Monate musste Persephone in der Unterwelt mit Hades leben, die restlichen 8 Monate durfte sie auf der Erde bei ihrer Mutter verbringen. Die 4 Monate in der Unterwelt stellen die unfruchtbare Zeit auf der Erde dar, ihre Mutter Demeter ist traurig, und daher blüht keine Pflanze, aber wenn ihre Tochter bei ihr ist, blüht und gedeiht alles.

Demeter froh über die Rückkehr (Anodos) Ihrer Tochter Persephone (begleitet von Hermes) vom Hades, Leighton 1891.

Anodos der Kore

Kult

Die Bedeutung des Mythos ist eine allegorische Darstellung des Zyklus' der Jahreszeiten. In den Eleusinischen Mysterien wurde der Mythos als das Bild einer höheren Idee, nämlich der Unsterblichkeit der Seele, aufgefasst und jedes Jahr festlich begangen.

Persephone steht in enger Verbindung zu ihrer Mutter Demeter, so wurde sie meist gemeinsam mit ihr außer in Eleusis auch in Böotien, im Peloponnes und auf Sizilien verehrt. Bei den Orphikern der späteren Zeit ist Persephone eine allwaltende Naturgottheit und wird vielfach mit andern mythischen Gottheiten, Hekate, Gaia, Rhea, Isis, vermengt. Der römische Name Proserpina scheint nur eine Latinisierung von Persephone zu sein. Dargestellt wurde Persephone und Hades (Relief im Vatikan zu Rom), Persephone entweder als liebliche Tochter der Demeter oder als strenge Gemahlin des Hades, mit königlichen Insignien und der Fackel, dem Symbol der eleusinischen Weihen (s. Abbildung). Einzelbilder sind schwer zu bestimmen, da ihr Ideal mit dem ihrer Mutter mehr oder weniger zusammenfließt; nur wird sie stets jugendlicher aufgefasst.

Kunst

Persephone wird in der bildenden Kunst meist gemeinsam mit Hades dargestellt, der sie raubt. Manche Abbildungen beschäftigen sich auch mit ihrem Auf- bzw. Abstieg in die Unterwelt.

In einer Gruppe bildete sie Praxiteles, in einem Relief (zusammen mit Pluton, Dionysos und zwei Nymphen) Kolotes. Öfters kommt sie in größeren Darstellungen vor, besonders in Schilderungen der Aussendung des Triptolemos (s. Abbildung bei Demeter), ihrer Entführung durch Hades und ihrer Rückkehr auf die Erde. Diesen Gegenstand behandeln mit Vorliebe die römischen Sarkophagreliefs, doch war der Raub der Kora auch Inhalt eines Gemäldes des Nikomachos und einer Gruppe des Praxiteles. Die Auffahrt der Persephone aus der Unterwelt ist sehr schön auf einem Vasenbild (Fragment des Marchese del Vasto) dargestellt. In der römischen Zeit ist ihre Vereinigung mit Dionysos (als Liber und Libera), der Brautzug beider unter Begleitung bacchantisch rasender Satyrn und Mänaden sehr häufig auf Sarkophagen behandelt.

Siehe auch

Theseus und Peirithoos wollten Persephone einmal befreien.


Aigina Stater, Opountia Lokris, Kopf der Persephone und Ajax der Kleine (der Lokrer)

Eleusinische Mysterien

Persephone , Pompeii

Der Raub der Proserpina, Joseph Heintz der Ältere

Der Raub der Proserpina, Niccolo dell'Abbate

Der Raub der Proserpina, Gian Lorenzo Bernini

Quellen

  • Apollodor, Bibliotheke (I, 3, 1 ; I, 5, 1–3)
  • Hesiod, Theogonie (v. 912)
  • Homer, Odyssee [détail des éditions] (X)
  • Hyginus, Fabulae (CXLVI ; CLXVII)
  • Homerische Hymnen, Demeter
  • Nonnos von Panopolis, Dionysiaka (V)
  • Ovid, Fasti (IV, 417 .), Metamorphosen (V, 341–408 ; VI, 114).

Literatur

Richard Förster: Der Raub und die Rückkehr der Persephone in ihrer Bedeutung für die Mythologie, Litteratur und Kunstgeschichte. Heitz, Stuttgart 1874 (auch in den "Jahrbüchern für Philologie" 1876, S. 804 ff.)

Johann Wolfgang von Goethe: Proserpin. Eine dichterische Bearbeitung der Persephonesage, dem "Triumph der Empfindsamkeit" eingeschaltetes Monodrama. (siehe Ludwig Preller)

Johannes Adolph Overbeck: Griechische Kunstmythologie. Biblio-Verlag, Osnabrück 1968/69 (Repr. d. Ausg. Leipzig 1878)

Ludwig Preller: Demeter und Persephone. Ein Cyclus mythologischer Untersuchungen. Perthe, Besser & Mauke, Hamburg 1837

Karl Kerényi, Die Mythologie der Griechen - Die Heroen-Geschichten; München (dtv) 1992 (ISBN 3-423-30031-0)

Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie - Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6

Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4

Gerhard Pöllauer , Die verlorene Geschichte der Amazonen , 2003 ISBN: 3902096888
Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3)

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