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Griechische Mythologie

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Das ist Megaira; Auf der rechten Seite, Sie,
die jammert, Alekto; und Tisiphone
in der Mitte.
Dante's Inferno

Die Erinyen oder Erinnyen (Ἐριννύες)- auch als Eumeniden, Furien (röm. Bezeichnung) oder Maniai, "die Rasenden" bezeichnet - sind in der griechischen Mythologie neben den Graien und den Moiren die dritte Gruppe greiser Göttinnen mit den Namen Alekto, "die Unaufhörliche" (bei ihrer Jagd), Megaira (daher deutsch "Megäre"), "der neidische Zorn" und Tisiphone (auch: Teisiphone), "die Vergeltung" oder "die den Mord Rächende". Letztere wird auf griechischen Amphoren häufig mit Hundekopf und Fledermausschwingen dargestellt.

Griechische Mythologie

Orestes verfolgt von den Erinyen, William-Adolphe Bouguereau

Nach Hesiod wurden die Erinyen von Gaia geboren, nachdem diese die Blutstropfen des von Kronos entmannten Uranos aufgenommen hatte. Damit sind sie Geschwister der Giganten und melischen Eschennymphen.

Nach anderen Erzählungen waren sie Töchter der Nacht (Nyx) oder aber auch Töchter der Gaia und des Skotos, der "Dunkelheit". Den Orphikern galten Hades und Persephone als Eltern der Erinyen.

Bei Homer und in der späteren griechischen Mythologie stellten die Erinyen Rachegöttinen bzw. Schutzgöttinnen der sittlichen Ordnung dar. Zu furchtbaren Werkzeugen der Rache wurden sie insbesondere, wenn es zu Mord (v.a. an Blutsverwandten), zu Verbrechen an Eltern oder älteren Menschen, zu Meineid, aber auch, wenn es zu Verletzungen der geheiligten Bräuche gekommen war. So verfolgten sie Orestes nach seinem Muttermord und trieben ihn in die Raserei. Die Ansprüche der Mütter wurden unter allen Umständen und zuerst von ihnen verteidigt, aber auch die der Väter und der älteren Brüder, so dass es Orestes nicht half, Klytaimnestra auf Befehl des Gottes Apollon umgebracht zu haben - hätte er es nicht getan, hätte Apollon trotz allem die Erinyen auf Orestes gehetzt. Apollon unterstützt all die Charaktere, die durch ihre Mutter leiden mussten (nicht nur Orestes, ein weiteres Beispiel ist König Ödipus). Erst durch Pallas Athene und die Unterstützung Apollons wurde Orestes auf dem Athener Gericht freigesprochen, ohne dass das der allgemeinen Verehrung der Erinyen Abbruch getan hätte. Seither verehrte man die Erinnyen in Athen- jedoch nicht unter ihrem alten Namen, sondern als die Eumeniden ("Wohlgesinnten").

Die in der Unterwelt hausenden Erinyen werden als alte, aber jungfräuliche Vetteln beschrieben, deren Hautfarbe schwarz war; sie kleideten sich in graue Gewänder, die Haare waren Schlangen, ihr Geruch war unerträglich und aus ihren Augen floss giftiger Geifer oder Blut. Bei Aischylos saugen die Erinyen in "Die Eumeniden" das Blut der Leichen.

Die Erinyen konnten auch als eine einzige - Erinys, "Rache" - angerufen werden. Diese war damit zusammen mit Dike, "Gerechtigkeit", und Poena, "Strafe", eine der drei Helferinnen der Nemesis.

In der Orestie des Aischylos spielen die Erinyen als Rachegöttinen der Unterwelt eine wichtige Rolle. (Dritte Tragödie der Trilogie: Die Eumeniden)

Ebenso treten sie auf in Dantes Die Göttliche Komödie, als Dante sich im Neunten Gesang des Inferno der unteren Hölle nähert:
Bluttriefend beeinander, hoch erhoben,
An Wuchs und Haltung Weibern gleich, so standen
Die höllischen drei Furien stracks dort oben.
Giftgrüne Hydern ihre Gürtel banden,
Als Haupthaar Nattern sich den Unholdinnen
Und Vipern um die Schläfen dräuend wanden.

Auch in John Miltons Epos Paradise Lost begegnen uns die Erinyen als "harpyienfüßige Furien" wieder, ebenso in den "Kranichen des Ibikus" von Friedrich Schiller.

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Orestes von den Furien verfolgt, Ernst Rietschel , Giebelfeld vom zerstörten Theater in DresdenGriechische Mythologie

Eine der Erinyen treibt Sisyphos in der Unterwelt, Szene aus einer griechischen Vase in Unteritalien, Staatliche Antikensammlung München

Griechische Mythologie

Orestes verfolgt von den Erinyen

Literatur

Karl Kerényi, Die Mythologie der Griechen - Die Heroen-Geschichten, dtv, ISBN 3-423-30031-0

Dante, die Göttliche Komödie. Deutsch von Friedrich von Falkenhausen. Frankfurt am Main 1974, S. 46

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