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Ephoren (griech. εφορος, „Aufseher“) waren Beamte im antiken Sparta. Die Funktion des Ephorates ist nicht genau bekannt. Die Posten der Ephoren wurden wahrscheinlich auf Drängen der Apella geschaffen, um der Macht der Gerusia und der Könige etwas entgegen zu setzen. Die Ephoren riefen die Volksversammlung ein und organisierten die Debatte. Die Könige überließen den Ephoren Teile der zivilen Rechtsprechung. Die Ephoren traten auch als Ankläger in schweren Vergehen und staatlichen Prozessen in der Gerusie auf. Sie überwachten die Ernährung und die Gesundheit wie auch das Aussehen der jungen Männer.

Gewählt wurden die fünf Ephoren von jedermann, auch konnte sich ein jeder Vollbürger zur Wahl stellen. Hiervon ging ein besonderer partizipativer Reiz des ganzen Systems aus, da für andere Posten starke Beschränkungen galten (Abstammung der Könige, Alter über 60 der Gerusiae). Die Könige und das Ephorat waren Garanten für den Bestand des Staates, diese Aufgabe wurde zwischen diesen beiden Institutionen durch einen monatlichen Eid stets aufs Neue bekräftigt. Es wurden jedes Jahr fünf neue Ephoren gewählt. Ihre Entscheidungen fällten sie mehrheitlich in ihrem Gremium.

Die Ephoren spielten in der Außenpolitik eine bedeutende Rolle. Sie führten die Verhandlungen mit ausländischen Delegationen und bestimmten, wer von den Gesandten vor der Apella sprechen durfte. Die Spartaner zeigten ihre Wertschätzung für die Ephoren, in dem sie das laufende Jahr nach dem Vorsitzenden der Ephoren nannten. Die Ephoren wurden im Laufe der Zeit zu einflussreichen Beamten. Zwei von ihnen begleiteten auch die Könige bei deren Kriegszügen. Ob das der Überwachung des Herrschers diente, ist unbekannt.

Es sind Fälle bekannt, in denen die Ephoren schwere Strafen bis zur Verbannung gegen spartanische Könige aussprachen; nach Poseidonios waren sie in Einzelfällen sogar zur Tötung des Königs befugt. Um Machtmißbrauch vorzubeugen, war die Amtszeit der Ephoren auf die Spanne von einem Jahr beschränkt, deren Verlängerung nicht möglich war. Die Ephoren genossen während ihrer Amtszeit Immunität, diese erlosch allerdings nach einem Jahr. Jetzt konnten sie wegen Amtsvergehen belangt werden. Verdiente bzw. angesehene ehemalige Ephoren konnten nach ihrer Amtszeit zum Geronten ernannt werden.

Unter der Herrschaft der Makedonen und später der Römer verschwand das Ephorat aus dem Leben Spartas.

Literatur

  • Mischa Meier: Kleomenes I., Damaratos und das spartanische Ephorat, in: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 2 (1999), S. 89–108. online (PDF)
  • Karl-Wilhelm Welwei: Sparta, Stuttgart 2004, S. 436 (Index, s.v. Ephorat).

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