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- Kunst Galerie -

 

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Verwaltungsbereich: Südliche Ägäis
Präfektur : Kykladen

Saliagos ist der Fundort der ältesten Siedlung auf der griechischen Inselgruppe der Kykladen. Die nur 100 auf 50 Meter große Insel Saliagos liegt im Norden des Sunds zwischen Antiparos und Paros zusammen mit mehreren anderen unbewohnten Inseln, die von einer bis in die byzantinische Zeit vorhandenen und seitdem durch den ansteigenden Meeresspiegel überfluteten Landverbindung übriggeblieben sind.

Die Siedlung stammt aus der Jungsteinzeit und war gemäß der Radiokohlenstoffdatierung von 4.300-3.700 v.Chr. besiedelt. Der Ort wurde in den Jahren 1964 und 65 durch Archäologen des „Britischen Archäologischen Instituts“ in Athen ausgegraben und erforscht.

Die Siedlung

Die Gebäudefundamente sind weitgehend zerstört, vor allem durch ein in der römischen Zeit angelegtes Gräberfeld. Es lassen sich noch einige rechteckige Räume von etwa 2,60 auf 3 m und ein ovaler Raum nachweisen. In zwei der Räume wurden Relikte von Herden gefunden. Zwei Rundbauten werden als Getreidespeicher gedeutet. Die Fundamente waren aus dem Feldstein der Insel selbst errichtet, mit welchen Materialien die Wände hochgezogen wurden ist unklar. Anzeichen für Lehmziegel gibt es keine. Im Westen der Siedlung lehnen sich die Bauten an eine Umfassungsmauer an, die möglicherweise als Bastion ausgestaltet war.

Trotz der langen Siedlungsdauer lassen sich nur drei Schichten nachweisen. In der obersten bestand die Siedlung nur noch aus einem Komplex von etwa 15 auf 17 Metern.

Funde

In den Trümmern der Fundamente wurden große Mengen an keramischen Scherben gefunden, die wissenschaftlich erfassten Scherben bringen zusammen 3,5 Tonnen auf die Waage. Aus ihnen konnten 60 Gefäße ganz oder teilweise zusammengesetzt werden.

Die Gefäße sind aus dem Ton der Gegend an Ort und Stelle gefertigt, etwa 12% sind speziell geglättet und werden als Tafelgeschirr interpretiert. Nur jedes zehnte Gefäß ist ein geschlossener Krug oder eine Kanne, die anderen sind offene Schalen, Teller und Näpfe. Die Farben des Tons variieren von Gelb und Brauntönen bis dunklem Grau, wobei die Mehrheit der Gefäße mit mattweißen Zeichnungen versehen waren. Die Muster sind geometrisch, aber zeigen eine weite Variation der Dekors. Einige wenige Stücke sind mit eingedrückten Mustern oder aufgesetzten Noppen plastisch verziert.

Zwei Bruchstücke zeigen an, dass Gefäße aus Marmor als seltene Luxusgüter bekannt waren.

Ebenfalls aus Marmor waren die drei gefundenen Kykladenidole gefertigt. Eines davon ist als Fruchtbarkeitssymbol in Form einer üppigen weiblichen Figur mit untergeschlagenen Beinen gestaltet, die beiden anderen sind wesentlich stärker abstrahiert und erinnern an die Form einer Violine. Der zweite Typ wird noch beinahe 1000 Jahre später in der Bronzezeit auf den Nachbarinseln verwendet.

Bemerkenswert ist aber die große Zahl und Vielfalt der auf Saliagos gefundenen Werkeuge aus Obsidian. Die mehr als 25.000 Artefakte, darunter über 1.100 nachgewiesene Klingen wurden auf der Insel selbst gefertigt, das verwendete Obsidian stammt fast ausschließlich von der 60 km entfernten Insel Milos, vereinzelt aber auch von Gyali auf den Dodekanes, was auf einen Handel über beinahe 200 km hinweist.

Die Obsidian-Werkzeuge sind Schaber, Spitzen und Klingen. Die Spitzen werden als Teile von Harpunen interpretiert, weil für Pfeile in der gefundenen Menge kein Bedarf gesehen wird.

Leben und Kultur

Knochen- und Grätenfunde erlauben einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der steinzeitlichen Saliaginer. Dabei überwiegen Thunfische, was bemerkenswert ist, weil dieser Fisch heute in der Ägais nicht mehr vorkommt. Schafe und Ziegen, in kleinerem Umfang auch Rinder und Schweine versorgten die Bewohner mit Fleisch, Wolle und Milch. An Getreide ist Emmer und Gerste nachgewiesen.

Die Begräbnisstätten der Siedlung sind im Meer untergegangen, so dass keine Grabfunde entdeckt werden konnten.

Kulturell steht Saliagos vollkommen singulär in der Jungsteinzeit. Weder gibt es vergleichbare Siedlungen der Region, noch eine erkennbare Tradition, die in späteren Zeiten erhalten oder wieder aufgegriffen worden wäre. Zwar gibt es vereinzelt Spuren menschlicher Tätigkeit auf verschiedenen Inseln, auch wurden kleine Mengen ähnlicher Keramik auf der Nachbarinsel Naxos gefunden, Saliagos ist jedoch die einzige Siedlung auf den Ägäischen Inseln ihrer Zeit, für die Landwirtschaft nachgewiesen ist. Die Siedlung Kephala auf Kea im Übergang zwischen Stein- und Bronzezeit hat sich völlig unabhängig entwickelt. Die einzige Ausnahme sind die bereits angesprochenen Marmoridole in Violinenform, deren Überlieferungstradition jedoch unbekannt ist.

Kykladenkultur

Literatur

  • Werner Ekschmitt, Die Kykladen – Bronzezeit, geometrische und archaische Zeit, 1993, Verlag Philipp von Zabern, Mainz, ISBN 3-8053-1533-3

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