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- Kunst Galerie -

 

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Region : Attika
Regionalbezirk : Athen-Nord

Die Gemeinde Nea Ionia (griechisch Νέα Ιωνία (f. sg.), dt.: Neu-Ionien) (bis 2010 Munizipalität) ist ein Vorort im Norden der griechischen Hauptstadt Athen.


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Lage

Nea Ionia ist etwa 8 Kilometer nordöstlich der Akropolis, nordöstlich von Patissia und südlich der Attiki Odos gelegen, westsüdwestlich von Kifissia und westlich des Kifissias-Boulevards sowie des Marathon-Boulevards.

Die Gegend war bis zum Beginn der Besiedlung landwirtschaftlich genutzt und teilweise bewaldet. Heute ist das Gebiet abgesehen von wenigen Grünflächen und einigen grünen Hügeln im Osten vollständig städtisch bebaut.

Nachbarorte

Nea Ionia grenzt im Norden an Metamorfosi, im Nordosten an Iraklio, im Westen an Nea Filadelfia, im Osten an Filothei, im Südwesten an Athen und Süden an Galatsi

Geschichte

Im Juni 1923, nach der Kleinasiatischen Katastrophe wurde ein Flüchtlingslager vom Chef der revolutionären Regierung, General Nikolaos Plastiras und dem Priester Papagioakim Pesmatzoglou gegründet; dieser hatte Tausende von Griechen von der Stadt Sparta in Pisidien nach Griechenland geführt. Außer diesen sogenannten Spartaliden siedelten sich zahlreiche weitere Flüchtlinge aus anderen griechischen Gemeinden Kleinasiens an, sodass die Siedlung unter Umständen des Mangels und der Improvisation rasch um kleine Flüchtlingsunterkünfte und um Zelte für Tausende von Flüchtlingen wuchs.

Die in Handel und Gewerbe erfahrenen Bewohner entwickelten rasch ein industrielles Zentrum mit dem Schwerpunkt in Teppichweberei, Spinnerei und Weberei. Bald wurde Nea Ionia ein Anziehungspunkt für Tausende von Arbeitern. Im Jahre 1934 wurde Nea Ionia zur Gemeinde erhoben, damals noch ohne die Bezirke Kalogreza und Alsoupolis.

Während der deutschen Besetzung war Nea Ionia ein Zentrum des Widerstands. Bei der „Blockade(Razzia) von Kalogreza“ (griechisch Μπλόκο της Καλογρέζας) wurden am 16. März 1944 bei einer Widerstandsaktion 22 junge Männer am Bett des Flusses Podonifti von Truppen der Besatzungsmacht und der Geheimpolizei exekutiert. Auf einer Gedenksäule wird ihrer mit einer Inschrift von Giannis Ritsos gedacht:

"Στην Καλογρέζα σαν περνάς, ξέγνοιαστε εσύ διαβάτη,
με ευλάβεια πρέπει να πατάς,
γιατί σε τούτα τα λιθάρια έπεσαν για τη λευτεριά 22 παλλικάρια…"

Reisender, pass auf wenn du in Kalogreza vorbeikommst,
schreite mit Ehrfurcht,
denn auf diesen Steinen fielen für die Freiheit 22 junge Burschen.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau; mit der Teppichweberei allerdings ging es bergab, da die Handabeit durch maschinelle Herstellung ersetzt wurde, auch wenn die Fabriken noch bis Anfang der 1960er Jahre standhielten, bevor sie eine nach der anderen dem Konkurrenzkampf erlagen.

Dafür nahm der Handel einen stürmischen Aufschwung, Hunderte von Geschäften wurden eröffnet, sodass Nea Ionia zu einem der größten Märkte der Umgebung wurde. Zu den wesentlichen Problemen der Munizipalität gehören der Verkehr, die Arbeitslosigkeit und der Mangel an Grünflächen und Freiflächen. Nea Ionia ist Sitz der Diözese Nea Ionia und Filadelfia. In der Munizipalität befinden sich 17 Kindergärten, 17 Volksschulen, acht Gymnasien und 7 Lyzeen.

Verkehr

Nea Ionia ist mit den drei Bahnhöfen Perissos, Pefkakia und Nea Ionia über die „grüne Linie“ Piräus–Kifissia an das Nahverkehrsnetz der Metro Athen angeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Die letzte Volkszählung ergab 66.017 Einwohner, die tatsächliche Anzahl wird jedoch auf über 80.000, mit illegalen Arbeitsimmigranten wie Albanern und Pakistanis auf annähernd 100.000 geschätzt [3]

Jahr Einwohner Veränderung Dichte

1981 59.202 - 13.391/km²

1991 60.635 +1.433 /+2.4 % 13.715.2/km²

2001 66.017 +5.382/+8.9 % 14.932.6/km²

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit Anfang 2003 Giannis Charalambous (* 1940). Er ist gehört der sozialdemokratischen PASOK an und war seit 1967 Rechtsanwalt, 1988/89 und 1993/94 Transport- und Verkehrsminister und 1999/2000 Entwicklungsminister.

Sehenswürdigkeiten

Höhle Profitis Ilias bei Perissos

Eine 2.500 Quadratmeter große Karsthöhle mit zahlreichen Stalaktiten besteht aus zwei durch einen Korridor und eine sehr niedrige Passage verbundenen Teilen. Jeder Teil besteht aus einem großen Zentralraum umgebenvon kleineren Räumen. Der Eingang besteht aus einem Loch in der Höhlendecke, durch das es 8 m in die Tiefe in den ersten Höhlenraum führt. Im 19. Jahrhundert diente die Höhle dem Klephtenanführer Davelis als sicheres Versteck. Vor dem 2. Weltkrieg sollte sie in ein Unterhaltungszentrum, später in ein Besichtigungsobjekt umgewandelt werden. Dies wurde durch die dichte Bebauung in der Umgebung und die Zerstörung der Stalaktiten and Stalagmiten durch daas Abwassersystem vereitelt. Untersuchungen in den 1960er Jahren ergaben, dass die Höhle schon im späten Neolithikum und der frühen Bronzezeit als Wohnstätte gedient hatte. Seit 1994 ist eine archäologische Erforschung im Gange, bei der Schichten von Feuer, Stein und Knochenwerkzeugen sowie Keramikvasen und Scherben aus der späten Steinzeit gefunden wurden. Es handelt sich um die einzige Höhle mit steinzeitlichen Funden im Raum Athen.

Hadrianische Säulen

An zwei Stellen der Munizipalität befinden sich hadrianische Säulen einer Wasserleitung, die Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. errichten ließ, um Wasser vom Pendeli und Parnithos nach Athen zu leiten.

Omorfoklisia

Die Kirche des Heiligen Georg, die den Beinamen Omorfoklisia (griechisch Oμορφοκκλησιά) führt, befindet sich an der Grenze der Munizipalität zu Galatsi und Athen. Es handelt sich um einen Kirchenbau im byzantinischen Stil, errichtet um 1.050 nach Chr. auf den Trümmern einer älteren Kirche, mit Material eines heidnischen Tempels. Der bildhauerische Schmuck und Fresken geben der Kirche ein freundliches Aussehen.

Persönlichkeiten, die in der Stadt gelebt haben

* Maria Farantouri (* 28. November 1947), Sängerin

* Aliki Kagialoglou, Sängerin

* Stelios Kazantzidis (1931 – 2001), Sänger

* Takis Sinopoulos (1917 - 1981), Dichter

* Vassilis Steriadis (1947 - 2003), Jurist und Dichter

Munizipalität, Gemeinde der Präfektur von Athen

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