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Region : Kreta
Regionalbezirk : Iraklio

Kamares (griechisch Καμάρες (f. pl.)) ist ein Ort im Süden der griechischen Insel Kreta am südlichen Hang des Psiloritis-Gebirges und gehört zum Gemeindebezirk Tymbaki in der Gemeinde Festos. Oberhalb von Kamares in 1525 Metern Höhe befindet sich die Kamares-Höhle (griechisch Σπήλαιο Καμαρών). Hier wurde bei Ausgrabungen minoische Keramik gefunden, die nach dem Fundort als Kamares-Ware bezeichnet wird.


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Geschichte

Zur venezianischen Zeit hieß der Ort Camares. Für das Jahr 1583 ist eine Einwohnerzahl von 93 überliefert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf von der Wehrmacht zerstört, da sich hier griechische Widerstandskämpfer versteckt hielten.

Von 1925 bis zur Gemeindereform 1997 bildete der Ort eine selbstständige Landgemeinde (Κοινότητα Καμαρών Kinotita Kamaron).[2]
Tourismus

In Kamares gibt es mehrere kleine Pensionen in die sich vor allem Naturliebhaber einbuchen. Von hier kann man den 2456 Meter hohen Timios Stavros ersteigen, beliebt ist auch eine zweitägige Wanderung, bei der man zuerst die Kamares-Höhle besucht und auf der Alm Kolita übernachtet.[3][4] In der Umgebung von Kamares gibt es vier Schluchten:

die Große Schlucht (griechisch Μεγάλo Φαράγγι)
die Foulo-Schlucht
die Spiliara-Schlucht
die Sfaka-Schlucht

Die Kirchen im Ort sind der Gottesmutter und dem Heiligen Georg geweiht. Am 23. Juli wird der Feiertag des Heiligen Georg im Dorf begangen.
Minoische Funde

1890 übergab ein Bauer aus Kamares dem Ephor von Kreta Josef Hatzidakis Tonscherben einer hochwertigen Keramik, die bisher auf Kreta nicht dokumentiert worden war und die er in der Kamares-Höhle aufgesammelt hatte. Aus diesem Grund besuchte Antonio Taramelli im Jahr 1894 Kamares. Neben der Höhle oberhalb des Dorfes zeigten ihm die Bauern von Kamares südwestlich des Ortes einen minoischen Friedhof mit sieben Tholosgräbern von denen Taramelli vier untersuchte. Sie hatten einen Durchmesser zwischen 2 Meter und 2,60 Meter und eine Höhe zwischen 1,60 Meter und 2 Meter. Zu den Eingängen, die nach Osten ausgerichtet waren, führte jeweils ein 1 Meter bis 1,40 Meter langer Dromos. Die Toten waren mit dem Kopf nach Westen und den Füssen nach Osten im Grab abgelegt worden. Nach den aufgefundenen Tonscherben vermutete Taramelli, dass der Friedhof bis in die mykenische Periode benutzt wurde. Westlich von Kamares entdeckte er im Tal Kavmenis Mitato (griechisch Καυμένης μιτάτο) Tonscherben und schloss daraus, dass hier eine antike Siedlung lag.[5]
Weblinks

Kamares bei messara.com

Einzelnachweise
Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
Gemeinde Kamares bei eetaa.gr
Eberhard Fohrer, Kreta, Erlangen 2009, ISBN 978-3-89953-453-5, S. 252
Klaus Bötig, Carmen Galenschovski: Baedeker Allianz Reiseführer Kreta, Ostfildern Juni 2011, 10. Auflage, ISBN 978-3829712972, S. 195
Antonio Taramelli, Cretan Expedition. A visit to the grotto of Camares on Mount Ida in American Journal of Archaeology, Zweite Serie, Band 5, Norwood 1901, S. 437 (online)

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