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- Kunst Galerie -

 

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Die archäologischen Stätten von Agrigent südlich des heutigen Stadtkerns von Agrigent gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätzen auf Sizilien. Sie zeigen vor allem die Überreste von Akragas (lat. Agrigentum), einer der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Die teilweise noch sehr gut erhaltenen griechischen Tempel zeugen von der Größe, Macht und Hochkultur der damaligen griechischen Stadt.

1997 wurden die archäologischen Stätten von Agrigent von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt mit der Begründung, „dass Akragas eine der größten Städte der Antike im Mittelmeerbereich war und in einem außergewöhnlich guten Zustand erhalten ist. Seine großartige Reihe dorischer Tempel ist eines der herausragendsten Denkmäler für die griechische Kunst und Kultur.“

Lage

Die Stadt Akragas wurde auf einem Hochplateau aus Kalkstein nahe der Südwestküste Siziliens errichtet. Dieses Hochplateau fällt nach drei Seiten zu seiner Umgebung hin steil ab und bot daher eine gute Verteidigungsmöglichkeit für die Stadt. Östlich des Plateaus fließt der Fluss San Biagio (damals Akragas genannt), westlich der Fluss Sant’Anna (damals Hypsas genannt). Beide Flüsse vereinigen sich südlich des Plateaus und fließen in das etwa 4 km entfernte Meer.

Das Plateau hat einen etwa rechteckigen Grundriss mit einer Größe von 2,2 × 1,6 km. Seine Oberfläche ist nicht eben, sondern bildet eine Art Trog, der in Ost-West-Richtung verläuft. Im Norden und Nordosten schließt der Athenafelsen (Rupe Atenea) das Plateau ab, im Süden ist es ein niedrigerer Hügelrücken, an dessen Rand eine Reihe von Tempeln aufgereiht sind. Da dieser Hügelzug vom heutigen Agrigent aus gesehen im Tal liegt, wird er etwas irreführend auch als „Tal der Tempel“ (ital.: „Valle dei Templi“) bezeichnet. Im Nordwesten schließt sich an das Plateau noch ein langestreckter Höhenzug an, der Girgenti-Hügel, auf dem in der archaischen Zeit die Akropolis lag und auf der heute der historische Stadtkern Agrigents liegt.

Geschichte

Archaische Zeit

Akragas ist die jüngste der bedeutenderen griechischen Städte auf Sizilien. Die Stadt wurde ungefähr 582 v. Chr. gemeinsam von Siedlern aus Gela und Rhodos unter den Oikisten Aristonos und Pystillos gegründet. Schon bald nach der Gründung der Stadt konnte Phalaris die Macht an sich reißen. Durch Unterschlagung von Geld, das für einen Tempelbau bestimmt war, warb er Söldner an und machte sich in einem Staatsstreich zum Alleinherrscher (Tyrannen) der Stadt. Er regierte etwa 570–555 v. Chr. und war für seine Grausamkeit berüchtigt. Er dehnte seinen Machtbereich bis weit in sikanisches Gebiet aus.

Zu seiner Zeit wurde wohl bereits die massiven Stadtmauer von Akragas errichtet. Sie folgt im Wesentlichen den Außenkanten des Plateaus, umschließt aber auch den Girgenti-Hügel. Sie hat eine Länge von 12 km und schließt eine Fläche von 4,5 km² ein. Neun Tore, die teilweise von Türmen flankiert waren, führten in die Stadt. Durch das Haupttor, das sich in der Südmauer befand und in der Römerzeit Porta Aurea genannt wurde, führte die Straße zum Hafen.

Auf der Akropolis, die sich über den Girgenti-Hügel und den Athenafelsen erstreckte, wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. der Tempel des Zeus und zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. der Tempel der Athena erbaut. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. entstand der Heraklestempel nahe der Südmauer östlich der Porta Aurea.

In der Senke zwischen der Akropolis und der Südmauer entwickelte sich die Stadt. Sie wurde von sechs Hauptstraßen etwa in Ost-West-Richtung durchzogen, die von zahlreichen Nebenstraßen gekreuzt wurden. So entstanden längliche Wohnblöcke, die etwa in Nord-Süd-Richtung verliefen.

Außerhalb der Stadtmauern wurde Ackerland gewonnen und durch Forts gegen Übergriffe geschützt. Die Stadt verdankte ihren Wohlstand dem Anbau von Weizen, Öl und Mandelbäumen sowie der Schafzucht.

Theron, der 488 v. Chr. Tyrann von Akragas wurde, dehnte seinen Machtbereich weiter aus und machte Akragas zur zweitwichtigsten Stadt Siziliens nach Syrakus. Im Jahre 483 vertrieb er den Herrscher Terillos aus Himera und übernahm dort die Macht. Terillos bat die Karthager um Hilfe, die jedoch in der Schlacht bei Himera (480 v. Chr.) von Theron und seinem Schwiegersohn Gelon, dem Tyrannen von Syrakus, vernichtend geschlagen wurden.

Akragas, Tetradrachme

Akragas Tetradrachme, 2 Adler mit einen Hasen, das Monster Skylla (Scylla) und eine Krabbe , Text AKRAGANTINON, Scylla ist auch eine Art Krabbe, Scylla serrata.

Klassische Zeit

Durch die in der Schlacht bei Himera gewonnene Kriegsbeute, die als Sklaven arbeitenden Kriegsgefangenen und die Reparationen, die Karthago zu zahlen hatte, stieg der Reichtum von Akragas beträchtlich an. Theron begann an der Südmauer westlich der Porta Aurea den Tempel des olympischen Zeus zu errichten. Pindar, der eine Zeitlang am Hof Therons weilte, beschrieb Akragas als „schönste der sterblichen Städte“.

Nach dem Tod Therons und der Vertreibung seines Sohnes Thrasydaios wurde Akragas zu einer Demokratie. Die kulturelle Hochblüte dauerte das ganze 5. Jahrhundert hindurch an. Der Reichtum der Stadt in dieser Zeit beruhte besonders auf dem Handel. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde die Mehrzahl der Tempel an der Südmauer errichtet, die einem vom Meer aus ankommenden Besucher einen imposanten ersten Eindruck von dem Reichtum der Stadt vermittelten. Der Philosoph Empedokles aus Akragas schrieb zu dieser Zeit, dass die Menschen von Akragas den Luxus genossen, als ob sie morgen sterben müssten, aber Bauten errichteten, als ob sie ewig leben würden.

Als die Karthager, von Segesta zu Hilfe gerufen, 409 v. Chr. eine Großoffensive gegen die griechischen Städte Siziliens begannen, wurde auch Akragas 406 v. Chr. erobert und zerstört. Nachdem die Karthager 406 v. Chr. mit Dionysios I. von Syrakus Frieden geschlossen hatten, durften die Bewohner von Akragas wieder in ihre Stadt zurückkehren. Sie durften die Stadt aber nicht wieder befestigen und waren zu Tributzahlungen an Karthago verpflichtet. In der Folgezeit wurde Akragas zu einem unbedeutenden Dorf.

Hellenistische Zeit

Nachdem Timoleon die Karthager 340 v. Chr. in der Schlacht am Krimisos besiegt und nach Westsizilien zurückgedrängt hatte, brachte er neue Siedler nach Akragas, um es wieder zu einer funktionierenden Polis zu machen. Die Stadt konnte jedoch nie wieder ihre einstige Größe erreichen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. brachte der Tyrann Phintias (289–279 v. Chr.) auch Gela, die Mutterstadt von Akragas, unter seine Herrschaft. Er ließ die Stadt zerstören und siedelte ihre Bewohner an der Stelle des heutigen Licata neu an.

Im ersten punischen Krieg wurde Akragas 261 v. Chr. von den Römern erobert und zerstört, seine Einwohner in die Sklaverei verkauft. 255 v. Chr. wurde es von den Karthagern zurückerobert, was weitere Zerstörungen mit sich brachte. Endgültig kam Akragas 210 v. Chr. unter römische Herrschaft und wurde zu eine tributpflichtigen civitas.

Römische Zeit

Die Römer benannten die Stadt in Agrigentum um und bevölkerten sie mit neuen Siedlern. Die Wohngebäude und die öffentlichen Bauten breiteten sich in der Senke über den Resten der griechischen Stadt aus. Einige der zerstörten Tempel wurden wiederaufgebaut und römischen Göttern gewidmet. Unter der Verwaltungsreform des Augustus erhielt Agrigent den Status eines Municipiums.

In der Kaiserzeit entwickelte sich Agrigentum wieder zu einer wohlhabenden und bedeutenden Stadt. Im 6. Jahrhundert wurde der Concordiatempel zu einer christlichen Basilika umgebaut. Dieser Tatsache verdankt er seinen guten Erhaltungszustand. Allmählich entvölkerte sich die Stadt jedoch immer mehr und wurde zu einem unbedeutenden Dorf. Vor der Bedrohung durch die Araber, die zu Beginn des 8. Jahrhunderts Raubzüge nach Sizilien unternahmen, zogen sich die Bewohner aus der Senke auf den Girgenti-Hügel zurück.

Besonderheiten der Tempel

Die meisten Tempel von Akragas sind wie die Mehrzahl der griechischen Tempel auf Sizilien vom Typ eines dorischen Ringhallentempels (Peripteros). Dabei ist das Innengebäude (Naos) von einer Reihe von Säulen umgeben, die das Gebälk und das Dach tragen.

Die ältesten Tempel von Akragas entstanden im 6. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis, die sich über den Girgenti-Hügel und den Athenefelsen erstreckte. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde dann auf dem südlichen Höhenrücken entlang der Stadtmauer eine Reihe von Tempeln errichtet, die vom Meer aus gesehen eine eindrucksvolle Silhouette bildeten

Im Gegensatz zu den Tempeln aus Marmor im griechischen Mutterland sind die Tempel Agrigents aus Kalkstein gebaut, der im nahen Flusstal des Akragas gebrochen wurde. Der Kalkstein wurde dann mit einer Stuckschicht überzogen, um ihm ein marmorartiges Aussehen zu geben. Einige Strukturelemente des Tempels waren farbig gestaltet.

Ebenfalls im Gegensatz zum Mutterland sind die Tempel von Akragas meist sehr frontbetont gebaut. Die Frontseite, meist die Ostseite, ist mit einer breiten Freitreppe versehen, und vor ihr liegt ein großer Opferaltar, der besonders eindrucksvoll noch beim Heratempel erhalten ist.

Die Tempel aus der klassischen Epoche von Akragas haben, wie es im griechischen Mutterland üblich war, eine Säulenhalle mit 6 x 13 Säulen, während ansonsten in Sizilien eher länger gestreckte Bauformen mit 6 x 14 oder 6 x 15 Säulen üblich waren. Eine Sonderform bildet das Olympieion, das auch karthagische Elementen enthält (z.B. Pfeiler statt Säulen) und den Sieg der Griechen über die Karthager verherrlichen soll.

Die folgende Tabelle gibt einen chronologischen Überblick über die Tempel von Akragas.

Tempel Ort Entstehungszeit Bautyp Größe Säulen Bemerkungen
Zeustempel Girgenti-Hügel 6. Jh. v. Chr. unter der Kathedrale San Gerlando vermutet
Heraklestempel (Tempel A) Südhügel Ende 6. Jh. v. Chr. dorischer Peripteros 67,45 × 25,28 m 6 × 15
Athenatempel (Tempel E) Girgenti-Hügel Anfang 5. Jh. v. Chr. dorischer Peripteros 34,70 × 15,30 m 6 × 13 überbaut mit Kirche S. Maria dei Greci
Olympieion (Tempel B) Südhügel um 480 v. Chr. dorischer Tempel mit Pseudoperistase 112,60 × 56,30 m 7 × 14 (Grundriss)
Demetertempel (Tempel C) Athenafelsen 480- 470 v. Chr. dorischer Antentempel 30,20 × 13,30 - überbaut mit Kirche S. Biagio
Dioskurentempel (Tempel I) chtonisches Heiligtum Mitte 5. Jh. v. Chr. dorischer Peripteros 31,00 × 13,39 m 6 × 13 Ecke im 19. Jh. wiederaufgerichtet
Tempel L chtonisches Heiligtum Mitte 5. Jh. v. Chr. dorischer Peripteros 38,80 × 17,20 m 6 × 13
Heratempel (Tempel D) Südhügel Mitte 5. Jh. v. Chr. dorischer Peripteros 38,15 × 16,90 m 6 × 13
Asklepiostempel (Tempel H) vor der Südmauer 2. Hälfte 5. Jh. v. Chr. dorischer Antentempel mit vorgeblendeten Halbsäulen 21,70 × 10,70 m -
Concordiatempel (Tempel F) Südhügel 440 - 430 v. Chr. dorischer Peripteros 39,44  ×6,91 m 6 × 13 besterhaltener griechischer Tempel Siziliens (Grundriss)
Hephaistostempel (Tempel G) chtonisches Heiligtum um 430 v. Chr. dorischer Peripteros 43,00 × 20,85 m 6 × 13

Ephebe aus Agrigent, etwa 480 v. Chr.

Archäologischer Park

Tempel des Olympischen Zeus


Der Tyrann Theron ließ den Tempel des Olympischen Zeus (auch Olympieion) um 480 v. Chr. erbauen. Er sollte den Sieg über die Karthager in der Schlacht bei Himera verherrlichen. Dieses nie vollendete Baudenkmal ist der größte Tempel im dorischen Stil und der drittgrößte griechische Tempel der Antike überhaupt. Der griechische Historiker Siculus hinterließ eine genaue Beschreibung der Tempelanlage, aufgrund derer man mit Sicherheit sagen kann, dass der Tempel Zeus gewidmet war. Er sollte den Kampf der Karthager, als Giganten dargestellt, gegen die olympischen Götter darstellen. Die riesigen Giganten (Telamone) unterlagen der agrigentischen Vernunft, was mit dem Tragen der Tempellast dargestellt ist. Als die Karthager im Jahr 406 v. Chr. Agrigent besetzten, war der Tempel noch nicht fertig gestellt. Der Tempel ist nicht mit dem Zeustempel von Olympia zu verwechseln, der zu den sieben Weltwundern gerechnet wurde.

Der Tempel bestand aus 7 × 14 Halbsäulen. Die mindestens 17 m hohen Säulen mit einem Durchmesser von 4,3 m waren durch eine durchgehende Mauer an der Längsseite verbunden, deshalb spricht man hier von einem Pseudoperipteros. So genannte Telamone, fast 8 m hohe Giganten aus Stein, trugen die Last der geschlossenen Außenwand. Der Maler und Archäologe Rafaello Politi ließ 1825 einen dieser Telamone auf dem Boden der Cella wieder zusammensetzen. Das heute dort liegende Exemplar ist eine Nachbildung, das Original befindet sich im Archäologischen Museum von Agrigent. Die Säulenhalle des Tempels war überdacht, während man bei der Cella davon ausgeht, dass sie nach oben hin offen war. Im Unterbau ist noch der mächtige Opferaltar zuerkennen, auf dem die Hekatombe, das Opfern von 100 Stieren, vollbracht wurde.

Durch die in der Antike erfolgten Zerstörungen und den Missbrauch des Tempels als Steinbruch in der jüngeren Zeit ist heute nur noch eine Ruine des Olympieion übrig.

Heratempel (Tempel der Juno Lacinia)

Detail von Der Tempel von Juno in Agrigentum, 1830 , Caspar David Friedrich (1774-1840)

Ein weiterer Tempel im Tal wird traditionell der Göttin Hera Lacinia, Schutzpatronin der Ehe und der Geburt, zugeschrieben, doch ist unbekannt, welcher Gottheit er tatsächlich gewidmet war. Er wurde etwa Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. erbaut und ca. 406 v. Chr. von den Karthagern niedergebrannt. Im ersten Jahrhundert v. Chr. wurde der Heratempel von den Römern renoviert, jedoch sind immer noch Spuren des Feuers der Karthager nachzuweisen. Außerdem sind noch Putzreste an der südlichen Längsseite zu erkennen, die den Tempel vor dem salzigen Meerwind beschützen.

Die Tempelform ist die des Peripteros, d. h. die Cella ist von einem geschlossenen Säulenkranz umgeben. Der Säulenkranz dient zur äußeren Begrenzung der Tempelanlage. Der äußere Säulenkranz bestand aus 16 Säulen an der Längsseite und 6 an der Schmalseite. Außerdem hatte die Cella einen eigenen Säulenkranz, der aus 8 Säulen an der Längsseite bestand. Bei der Schmalseite unterscheidet man die des Pronaos und des Opisthodom, die jeweils 2 Säulen als Stützen nutzten. Die Größe des Tempels ist mit dem Concordiatempel zu vergleichen. Östlich vom Tempel steht der Altar, während sich auf der hinteren Seite, seitlich der Treppen, eine Zisterne befindet.

Concordiatempel

Der Concordiatempel ist das einzige Bauwerk im Tal, das keinem Gott oder keiner Person zugeordnet werden konnte. Der Name Concordia steht für die Römische Göttin der Eintracht. In der Spätkaiserlichen Zeit wurde in der Nähe des Tempels eine Inschrift gefunden, die die Eintracht (lateinisch Concordia) der agrigentischen Bevölkerung beschreibt. Die Inschrift gab dem Tempel seinen Namen – Concordia. Im Tempelinneren fand man ursprüngliche Reste der Karthager, Standbilder punischer Götzen. Aufgrund des Vorhandenseins dieser Standbilder, einem Eber und Raps, geht man davon aus, dass dieser Tempel der ursprüngliche Dioskurentempel war. Bischof Gregorius ließ diese entfernen und funktionierte den Tempel 597 n. Chr. in eine Basilika um. Die Basilika wurde 1748 n. Chr. entweiht.

Der Tempel ist heute, auch durch die zeitweilige christliche Nutzung, einer der am besten erhaltenen griechischen Tempel. Sowohl die Pfeiler, als auch die Treppe im Inneren, die zum Dach führt, sind bestens erhalten. Sein Innenraum ist jedoch aus konservatorischen Gründe nicht mehr betretbar. Der Eingang, der sich normalerweise im Osten befindet, wurde durch die Umwandlung in eine Christliche Kirche in den Westen verlegt. Der antike Altar, der sich im Pronaos befand, wurde durch die Sakristei ersetzt. Wegen des nachteiligen Terrains steht der Tempel auf einem Unterbau, der die Unebenheiten im Felsengestein wieder ausgleicht. Dieser Tempel ist der einzige in Sizilien, bei dem das Gebälk an den Schmalseiten vollständig erhalten ist.

Dioskurentempel (Tempel von Castor und Pollux)

Tempio di Castor e Polluce: vier Säulen und ein Stück Giebel stehen noch von dem Tempel. Nördlich von diesem Tempel stehen die Reste von zwölf Altären und acht kleinen Tempeln.

Der Dioskurentempel ist ein im dorischen Stil erbauter Peripterostempel. Er ist den Dioskuren gewidmet, Pollux und Castor, den Zwillingssöhnen von Leda und Zeus. Zeus besuchte Leda in der Gestalt eines Schwans, daraufhin brachte Leda ein Ei zur Welt, aus dem dann die beiden Brüder Pollux und Castor hervorgingen. Der unsterbliche Pollux bat Zeus, sein Leben mit seinem Zwillingsbruder teilen zu dürfen, nachdem Castor in einem Kampf tödlich verwundet worden war. So lebten sie ihr ganzes Leben zusammen, täglich wechselnd vom Olymp zum Hades. Sie wurden als Götter des Lichtes und als Retter aus der Seenot angebetet.

Der um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. erbaute Sakralbau besteht aus 6 Säulen an der Schmalseite und 13 Säulen an der Längsseite. Im Mittelpunkt des Dioskurentempel befanden sich ein runder und ein rechteckiger Altar. Anfang des 19. Jahrhundertss wurden einige Fragmente von dem Bildhauer Valerio Villareale und dem Architekten Saverio Cavallari wieder aufgebaut. Der Tempel selbst war von einer niedrigen Mauer umfasst.

Hephaistos Tempel (Tempel des Vulcanus)

Der Tempel des Hephaistos war dem Sohn der Hera gewidmet. Als Hera ihren Sohn Hephaistos gebar, war sie so über die Hässlichkeit ihres Sohnes entsetzt, dass sie ihn vom Olymp aus in den Ozean warf. Meernymphen nahmen den verletzen Hephaistos in ihre Obhut und zogen ihn auf. Der Sturz aus dem Olymp war dafür verantwortlich, dass Hephaistos sein Leben lang hinkte. Er entspricht dem römischen Gott Vulcanus, der ebenso ein Gott des Feuers und der Schmiedekunst ist.

Der Tempel befindet sich auf der gegenüberliegenden Talseite. Dieser dorische Peripteros besitzt einen Unterbau mit vier Stufen. Der Tempel wurde wahrscheinlich auf einem älteren errichtet, so steht die Cella auf einem im inneren sehr viel kleineren und älteren Gebäude. Es ist einer der am schlechtesten erhaltenen Sakralbauten im agrigentischen Tempeltal. Es ragen nur noch zwei Säulen in sehr schlechtem Zustand über die Trümmer der Tempelanlage. Man geht davon aus, dass er einer der letzten errichteten während der Hochblüte der Bautätigkeit in Agrigent errichteten Tempel war.

Heraklestempel (Tempel des Hercules)

Tempio di Ercole: von dem Heraklestempel stehen noch acht Säulen. Diese wurden 1923 wieder aufgerichtet.

Dem römischen Politiker Cicero verdankt man die Zuordnung des Heraklestempel, der von einer riesigen Bronzestatue des Herakles im Tempelinneren berichtet. Es wird auch erzählt, dass die Statue an den Lippen und Kinn von den Berührungen der Pilger und Gläubiger total abgenutzt war. Herakles war der Sohn des Göttervaters Zeus und der sterblichen Alkmene. Im Sizilien der Antike gab es einen starken Herakleskult. Seine Heldentaten, unter anderem die 12 Aufgaben des Herakles die ihm das delphische Orakel zu verrichten gab, machten ihn in der ganzen griechischen Antike bekannt. Die Römer setzten ihn später mit ihrem Hercules gleich, der genauso für Stärke, Heldentum und Eroberungen stand.

Der am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. gebaute Tempel ist der älteste im Tal. Die noch verbliebenen acht Säulen sind 1924 wieder aufgerichtet worden. Es liegen jedoch immer noch Tempeltrümmer um das Areal verstreut, darunter einige Kapitelle die mit Stuck verkleidet sind. Ungewöhnlich sind die 15 Säulen an der Längsseite, da der Rest der Peripteros-Tempel im Tal der Tempel jeweils 13 Säulen an der Längsseite aufweisen. Die 6 Säulen an der Schmalseite sind wie bei den anderen Bauten auch beim Heraklestempel vorhanden. Der dreistufige Unterbau besteht aus sizilianischem Kalkstein, er musste also nicht importiert werden. Des weiteren kann man Reste von Stufen erkennen, die sich zwischen Pronaos und Cella befinden, mit deren Hilfe man bis auf das Dach steigen konnte. Dieses Merkmal ist typisch für die Tempel in Agrigent.

Asklepiostempel

Weiter außerhalb der Stadt befindet sich der Asklepiostempel. Die Zuordnung ist wieder durch Cicero überliefert, der von einem hier aufbewahrten Standbild des Apoll, des Vaters des Asklepios berichtet, das Verres gestohlen hatte.

Der Tempel hat die Form eines Pseudo-Doppelantentempel, der etwa doppelt so lang wie breit ist. Die Vorhalle (Pronaos) ist durch zwei Säulen zwischen den hervortrtetenden Seitenwänden (Anten) gebildet, während die Rückhalle (Opisthodom) nur durch Halbsäulen auf der Rückwand vorgetäuscht ist.

Bei neueren Grabungen wurde um den Tempel herum ein Gebäudekomplex mit einem Portikus, einer Zisterne und 28 Zimmern für Kranke gefunden, wie er für Asklepiostempel typisch ist.

Nekropole sub divo

Durch die Verbreitung des Christentums sind viele Gräber entstanden. So sind zwischen dem Concordia- und dem Herkales-Tempel 34 Gräber in der Zeit zwischen dem 3. und dem 5. Jahrhundert n. Chr. angelegt worden. Der Name der Nekropole sub divo bedeutet „unter dem Auge Gottes“. Diese Gräber waren keine unterirdisch angelegten Katakomben, sondern lagen im Freien. Die letzten Gräber datieren aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. beim Concordiatempel, der zu dieser Zeit als Basilika gedient hat.

Heiligtum der chtonischen Gottheiten

Antikes Stadtviertel

  • Ekklasiasterion
  • Bouleuterion
  • Oratorium des Phalaris
  • Hellenistisch-Römisches Stadtviertel
  • Archäologisches Museum

Athenafelsen

  • Demetertempel/San Biagio
  • Felsheiligtum der Demeter

Girgenti-Hügel

  • Zeustempel (Dom)
  • Athenatempel (S. Maria dei Greci)

Außerhalb der Stadtmauern

Grab des Theron

Das Grab des Theron hat seinen Namen zu Unrecht. Theron von Akragas lebte im 5. Jahrhundert v. Chr., während das Bauwerk erst ca. 75 v. Chr. gebaut wurde. Es hat also nichts mit dem Tyrannen zu tun, der hier von 488 bis 472 v. Chr herrschte. Man geht davon aus, dass das Grab den gefallenen Römischen Legionären, zu Ehren der gewonnenen Punischen Kriege, gewidmet war.

Viele Gruben und Sarkophage liegen in dem ehemaligen Grabbezirk. In dieser Nekropole – Giambertoni genannt – findet man auch größere Gräber, unter anderem das monumentale Grabmal des Theron. Wie ein Quadrat ragt das Grabmal aus dem Boden, mit einem dorischen Gesims geschmückt. Die obere Konstruktion erinnert an einen kleinen Tempel.

Literatur

  • Ferrucchio Delle Cave, Marta Golin: Agrigent, das Tal der Tempel. Mit dem archäologischen Museum, Folio, Wien u.a. 2004, ISBN 3-85256-275-9.
  • Ernesto De Miro: Das Tal der Tempel in Agrigent, Sizilien, Atlantis, Herrsching 1989, ISBN 3-88199-543-9.
  • Klaus Gallas: Sizilien - Insel zwischen Morgenland und Abendland, DuMont Buchverlag Köln, 9. Auflage 1986, ISBN 3-7701-0818-3.
  • Brigit Carnabuci: Sizilien – Kunstreiseführer, DuMont Buchverlag, Köln 1998, ISBN 3-7701-4385-X.
  • Fabio Bourbon, Furio Durando, Magna Graecia , Kunst und Kultur der Griechen in Italien, Hirmer, ISBN 377742045X

    Tempio die Vulcano: es stehen nur noch Reste des Tempels. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Tempel des Valle die Tempio.

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