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Monachus monachus

Mönchsrobben
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Hundsrobben (Phocidae)
Gattung: Monchsrobben
Wissenschaftlicher Name
Monachus
Fleming 1822

Mönchsrobben (Monachus) sind eine Gattung der Hundsrobben. Als einzige Robben bewohnen sie ganzjährig tropische und subtropische Meere. Heute sind Mönchsrobben in ganz unterschiedlichen Regionen der Welt verbreitet, aber überall selten. Man kennt die folgenden drei Arten:

  • Mittelmeer-Mönchsrobbe, Monachus monachus (Hermann 1779)
  • Hawaii-Mönchsrobbe, Monachus schauinslandi Matschie 1905
  • Karibische Mönchsrobbe, Monachus tropicalis (Gray 1850)

Der Grund für die Benennung kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Ein Erklärungsversuch ist, dass die Fettschicht im Halsbereich an die Kutte eines Mönchs erinnern soll.

Mittelmeer-Mönchsrobbe

Die einzige Robbenart des Mittelmeers ist durch Verfolgung extrem selten geworden. Es gibt noch kleine Restpopulationen an den griechischen und türkischen Küsten, vor allem aber an den afrikanischen Küsten zwischen Marokko und der Westsahara (also auch außerhalb des Mittelmeers), ebenso in der Straße von Sizilien bei La Galite (Tunesien). Das letzte Vorkommen der Art in der Adria im Bereich der Biševo-Inselgruppe (Kroatien) dürfte erloschen sein. In der Farbe sind diese Robben sehr variabel; sie liegt zwischen Hellgrau und Schwarzbraun. Mit einer Länge von 240 cm und einem Gewicht von 280 kg (Weibchen) ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe deutlich größer als ein Seehund. Weibchen sind etwas größer als Männchen. Die Mittelmeer-Mönchsrobbe ist ein tagaktiver Fischfresser, der in kleinen Kolonien von maximal zwanzig Tieren anzutreffen ist.

Schon Aristoteles lieferte eine Beschreibung der Mönchsrobbe, die somit die erste vom Menschen beschriebene Robbe überhaupt war. Über Jahrhunderte haben Fischer in dieser Robbe eine Konkurrenz gesehen und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit getötet. Man schätzt, dass heute weniger als 500 Individuen existieren, womit dies eines der meistbedrohten Säugetiere überhaupt ist.

Hawaii-Mönchsrobbe
Wildziegen wurden schon sehr früh domestiziert. Gesichert ist, dass es um 6000 v. Chr. bereits Hausziegen gab. Nach jüngeren archäologischen Funden im Iran ist es sogar möglich, dass die Domestikation etwa 8000 v. Chr. bereits vollzogen war. Von dort wurden Hausziegen über den Globus verbreitet - da es auf dem europäischen Festland nie Wildziegen gegeben hat, stammen alle europäischen Ziegen von asiatischen Vorfahren ab.

Hawaii-Mönchsrobbe

Einst an allen Küsten der Hawaii-Inseln verbreitet, ist diese Art jetzt auf die kleinen, unbewohnten Leeward-Inseln am Nordwestrand des Archipels zurückgedrängt. Nur auf fünf der Inseln finden Jungenaufzuchten statt, doch außerhalb der Fortpflanzungszeit wandern die Robben weit umher und erreichen dabei auch die Strände der Hauptinseln der Hawaii-Kette.

Hawaii-Mönchsrobben werden 220 cm lang und 170 kg (Männchen) bzw. 270 kg (Weibchen) schwer. Die Farbe ist oberseits schiefergrau und unterseits hellgrau. Die Tiere leben einzelgängerisch und paaren sich im Wasser. Nachdem die Weibchen ihr Junges auf dem Strand geworfen haben, bleiben sie etwa 40 Tage bei ihm, um es zu säugen. In dieser Zeit verlieren sie bis zu 90 kg Körpergewicht.

Die ständige Nachstellung hatte die Bestände so weit reduziert, dass man die Hawaii-Mönchsrobbe 1824 für ausgestorben hielt. Unentdeckt blieben die Bestände auf kleinen und abgelegenen Inseln, unter anderem auf den Midwayinseln. In den 1950er Jahren schätzte man den Bestand auf 150 Tiere. Als die Midwayinseln für den Bau eines Luftwaffenstützpunktes weitgehend planiert wurden, verschwand auch die dortige Population. Seitdem sind die kleinen Leeward-Inseln das einzig verbliebene Verbreitungsgebiet. Durch Schutzmaßnahmen gibt es inzwischen wieder 1200 Hawaii-Mönchsrobben, deren größte Bedrohung nun nicht mehr die Menschen, sondern Haiangriffe darzustellen scheinen.

Karibische Mönchsrobbe

Die Karibische Mönchsrobbe ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestorben. Schon Kolumbus schilderte nach seiner ersten Reise die Begegnung mit dieser Robbe, die somit das erste von den Spaniern entdeckte Säugetier der Neuen Welt war. Sie war in der gesamten Karibik sowie im Golf von Mexiko verbreitet. Letztmals wurde eine Kolonie Karibischer Mönchsrobben 1952 auf der Seranilla-Sandbank (südlich von Jamaika) gesehen. Seitdem gibt es keine wissenschaftlich bestätigte Sichtung mehr, obwohl Fischer gelegentlich behaupten, diese Robben gesichtet zu haben. Allerdings haben wissenschaftliche Suchexpeditionen zur Wiederentdeckung dieser Robbenart kein positives Ergebnis gehabt.

Systematik

Zahlreiche Zoologen haben die Mönchsrobben als besonders „primitive“ Robben beschrieben. Bonner geht sogar so weit, die Gattung und insbesondere die Hawaii-Mönchsrobbe als „lebende Fossilien“ zu bezeichnen. Verschiedene anatomische Details haben zu der Annahme geführt, dass Mönchsrobben eine besonders alte Gruppe sein müssten. So findet sich hier anders als bei anderen Robben keine Vergrößerung des Felsenbeins, der das Innenohr umgibt; diese Vergrößerung wird als Anpassung an das Hören unter Wasser gedeutet, das Fehlen dieses Merkmals deutet somit auf eine nicht vollendete Anpassung hin. Zudem sind Wadenbein und Schienbein nicht am Knie-Ende miteinander verschmolzen, ein Merkmal, das Mönchsrobben mit Landraubtieren gemein haben. Ob all diese Merkmale wirklich auf eine basale Stellung der Mönchsrobben schließen lassen, ist neuerdings aber wieder umstritten.

Nach Wyss 1988 sind die Mittelmeer-Mönchsrobbe und die Karibische Mönchsrobbe beide mit anderen Hundsrobben dichter verwandt sind als mit der Hawaii-Mönchsrobbe. Demnach handelte es sich bei Monachus um ein paraphyletisches Taxon. Die Linien trennten sich offenbar vor 15 Millionen Jahren, als sich Mittelamerika schloss und die Meeresverbindung zwischen Atlantik und Pazifik verloren ging.

Bininda-Emonds und Russell kamen 1996 bei ihren kladistischen Analysen der Hundsrobben dagegen zu einer gegenteiligen Auffassung. Nach ihrer Meinung sind die Mönchsrobben sehr wohl monophyletisch. Die häufig geäußerte Darstellung der Mönchsrobben als basale oder gar besonders „primitive“ Gruppe innerhalb der Hundsrobben konnte in der Studie ebenfalls nicht bestätigt werden.


http://www.monachus-guardian.org/

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 6th Edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-80-185789-9
  • K.W. Kenyon: Monk seals - Monachus. In: S.H. Ridgway & R. Harrison: Handbook of marine mammals. Vol. 2: Seals Academic Press London 1981
  • Nigel Bonner: Seals and Sea Lions of the World. Facts on File, 1994 ISBN 0816029555
  • A.R. Wyss: On retrogression in the evolution of the Phocinae and phylogenetic affinities of monk seals. In: American Museum Novitates 1988, Nr. 2924, S. 38ff
  • Olaf R.P. Bininda-Emonds & A.P. Russell: A morphological perspective on the phylogenetic relationships of the extant phocid seals (Mammalia: Carnivora: Phocidae). In: Bonner zoologische Monographien 1996, Bd. 41

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